Arbeitnehmer-Kaufkraft fällt auf historisches Tief

Berlin - Die Kaufkraft der Arbeitnehmer wird nach einer neuen Studie trotz des Wirtschaftsaufschwungs in diesem Jahr auf ein neues "historisches Tief" fallen.

Der Anteil der Löhne am Volkseinkommen habe im ersten Halbjahr 2007 bei nur noch 38,8 Prozent gelegen, heißt es in dem in Berlin vorgestellten Verteilungs-Bericht der DGB-nahen Hans-Böckler-Stiftung.

Auch im dritten Quartal hat sich diese negative Entwicklung nach Angaben des Statistischen Bundesamts fortgesetzt. Im Jahr 2006 lag die Netto- Lohnquote, die die Einkommen nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben zugrunde legt, noch bei 40,5 Prozent, 1991 bei 48 und 1960 sogar bei 56 Prozent.

Auch von den Brutto-Erhöhungen der Einkommen bleibe angesichts der Inflationsrate und des Preisanstiegs in diesem Jahr nichts mehr übrig, sagte der Autor der Studie, Claus Schäfer: "Es wird netto real ein Minus." Eine "echte Verteilungstrendwende sei trotz des aktuellen Beschäftigungsaufbaus nicht absehbar". Der Hauptgrund dafür sei, dass viele der neuen Stellen schlecht bezahlt seien.

Besonders besorgniserregend sei der anhaltende Anstieg der Einkommensarmut. So sei der Anteil der deutschen Privathaushalte, die laut EU-Definition als arm gelten, zwischen 1999 und und 2005 von 12 auf 19 Prozent gestiegen. Nach Angaben Schäfers müssen derzeit "rund ein Fünftel der deutschen Bevölkerung" als arm gelten, wenn man jene hinzurechne, die wegen Überschuldung ebenfalls nur wenig Geld ausgeben können. Als Gegenstrategie spricht sich das Institut für eine bedarfsdeckende Grundsicherung gegen Armut aus.

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