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Detlef Scheele

Brisante Statistik

Arbeitsagentur-Chef schlägt Alarm: Zwingen hohe Mieten die Deutschen in Nebenjobs?

Immer mehr Deutsche haben einen Zweitjob. Aus der Arbeitsagentur heißt es, das könne auch an den hohen Mieten liegen - und das Problem werde sich nicht von selbst lösen.

Nürnberg/Berlin - Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, sieht auch in den hohen Mieten einen Grund für die gestiegene Zahl von Nebenjobs. Zwar habe es in den vergangenen Jahren „erfreuliche Tarifabschlüsse“ gegeben. Aber auch diese hätten die starken Mietsteigerungen der vergangenen Jahre nicht auffangen können, sagte Scheele in einem Interview mit dem Südwestrundfunk (SWR) in Berlin. „Das führt dazu, dass Leute dann manchmal, sozusagen um sich weiter leisten zu können, was sie hatten (...), einen Zweitjob annehmen“, sagte der Chef der Nürnberger Bundesbehörde.

Im Vergleich zu anderen Kosten sind die Mieten nach Scheeles Einschätzung überdurchschnittlich gestiegen. Er glaube nicht, dass die Lohnsteigerungen der vergangenen Jahre mit solchen Mieterhöhungen Schritt halten konnten. Mieten von elf Euro pro Quadratmeter und mehr in Großstädten seien „nicht so einfach über die Tarifparteien zu lösen“. Scheele berief sich dabei auf einen Bericht des BA-eigenen Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB), wonach immer mehr Menschen einem Nebenjob nachgingen. Derzeit sei das fast jeder zehnte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.

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In der Debatte über Pläne für einen sogenannten Sozialen Arbeitsmarkt stellte sich Scheele erneut hinter das Programm von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Derzeit gebe es 100 000 bis 200 000 Langzeitarbeitslose, die auf einem regulären Arbeitsmarkt auf absehbare Zeit nicht zu vermitteln seien. In solchen Fällen sei es besser, mit den Menschen „etwas Sinnvolles“ tu tun, statt sie zu “alimentieren“. Allerdings sollte der Kreis klein gehalten werden. „20 zusätzliche Gärtnerhelfer, bei vielleicht 5000 Mitarbeitern im Garten- und Landschaftsbau sind verträglich - 500 wären es nicht“, sagte Scheele.

Lesen Sie bei merkur.de* auch: Münchner Familie leidet im Wohn-Loch - zu dritt auf zehn Quadratmetern

dpa

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