Arbeitskampf bei Postbank fortgesetzt

Berlin - Der bundesweite Warnstreik bei der Postbank geht weiter. Nach Angaben der Gewerkschaft ver.di beteiligten sich am Freitag an Arbeitsniederlegungen und Protestveranstaltungen etwa 3.500 Beschäftigte, ebenso wie am Donnerstag.

Der Ausstand könnte nach Gewerkschaftsangaben mindestens bis Montag dauern. Dann ist eine neue, zweitägige Verhandlungsrunde zwischen Postbank und Gewerkschaft angesetzt.

Der Arbeitskampf richtet sich gegen Kostensenkungspläne des neuen Postbank-Eigners Deutsche Bank. Nach Gewerkschaftsangaben sollen Bereiche der Postbank in neue Gesellschaften ausgegliedert werden, in denen die Beschäftigten wesentlich schlechteren Arbeitsbedingungen ausgesetzt wären. So solle die Arbeitszeit verlängert, Urlaub gekürzt und die Bezahlung gesenkt werden.

Ein Sprecher der Postbank erklärte, die für die Kunden wichtigen Funktionen der Bank liefen weitgehend normal. Die Auswirkungen des Arbeitskampfs beträfen in erster Line Überweisungen auf Papier, bei denen es zu Verzögerungen komme. Die beleglosen Zahlungen, die 95 Prozent der Überweisungen ausmachten, liefen normal. Die Filialen seien geöffnet, und die Bargeldversorgung an den Geldautomaten sei gesichert.

Zahlungsverkehr für andere Banken läuft

Auch die Auswirkungen auf andere Banken, deren elektronischer Zahlungsverkehr über Rechenzentren der Postbank-Tochter Betriebs-Center für Banken (BCB) abgewickelt wird, blieben den Angaben zufolge gering. Der Sprecher sagte: “Es lief gestern rund, das wird auch für heute erwartet.“

Belegschaftsvertreter hatten schon am Donnerstag deutlich gemacht, dass sie in diesen sensiblen Bereich nicht mit ganzer Härte eingreifen wollten. Der Unternehmenssprecher sagte, die meisten Vorgänge liefen automatisch; auch würden Beamte eingesetzt.

Die Postbank hat rund 20.000 Mitarbeiter, davon sind 9.000 Beamte. Von den Umbauplänen sind zunächst etwa zehn Prozent der Beschäftigten betroffen.

dapd

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