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Höhere Arbeitskosten machen Beschäftigung aus Sicht von Firmen teurer. Foto: Patrick Pleul

Stabile Konjunktur

Deutsche Lohnkosten steigen weiter

In Deutschlands stabiler Konjunktur sind die Lohnkosten auch im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Zum Jahresende dämpfte aber die gute Gesundheit der Beschäftigten den Anstieg.

Wiesbaden (dpa) - Der Faktor Arbeit ist in der deutschen Volkswirtschaft auch im Jahr 2017 teurer geworden. Die Kosten für eine Arbeitsstunde haben sich nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Prozent erhöht.

Dabei stiegen die Bruttolöhne mit einem Plus von 2,2 Prozent stärker als die Lohnnebenkosten wie zum Beispiel Lohnfortzahlungen oder Sozialabgaben, die insgesamt um 1,8 Prozent zulegten.

Zum Jahresende wurden die Kosten aber durch einen vergleichsweise geringen Krankenstand gedämpft, wie das Bundesamt am Freitag erläuterte. So fielen weniger Kosten für nicht geleistete Arbeitsstunden an.

2016 waren die deutschen Arbeitskosten noch stärker um 2,8 Prozent geklettert. Steigende Gehälter und Lohnnebenkosten machen Beschäftigung aus der Sicht der Firmen teurer.

Steigen die Arbeitskosten schneller als die Produktivität, neigen Unternehmen dazu, Jobs abzubauen und stattdessen mehr Kapital einzusetzen. Sie investieren dann etwa in Automatisierung. Steigende Gehälter sind indes auch Ausdruck der weiterhin guten Konjunktur und wirtschaftlichen Stärke hierzulande.

Für den europäischen Vergleich liegen bislang erst Zahlen bis September 2017 vor. Im dritten Quartal lagen die deutschen Arbeitskosten demnach mit einer Steigerung von 2,2 Prozent über dem EU-Schnitt von 2,1 Prozent. Bleibt es für das Gesamtjahr dabei, wäre es das siebte Jahr in Folge mit einer überdurchschnittlichen Arbeitskostenentwicklung in Deutschland. Für das Gebiet der Gemeinschaftswährung Euro weist Eurostat nur eine Steigerung um 1,6 Prozent aus.

In Europa zeigen die strukturschwachen Ost-Mitglieder wie Rumänien, Bulgarien und Ungarn die stärksten Steigerungsraten bei den Arbeitskosten, allerdings auf einem deutlich niedrigeren Niveau. Rückgänge wurden in Finnland und Portugal festgestellt.

Mitteilung Destatis

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