Arbeitsmarkt im Freistaat

Eisiger Winter sorgt für mehr Jobsucher

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Der Winter hat den bayerischen Arbeitsmarkt erreicht. Weil witterungsbedingt auf dem Bau die Arbeit ruht, ist die Zahl der Arbeitslosen im Januar gestiegen. Im Vergleich zu früheren Jahren steht der Freistaat aber so gut wie nie da.

München - Eis und Schnee, Frost und Kälte: Der Winter hatte den Freistaat in den vergangenen Wochen fest im Griff. Das hatte auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Weil auf vielen Baustellen und in anderen Außenberufen nicht gearbeitet wurde, ist die Zahl der Arbeitslosen im Januar gestiegen. Rund 276.000 Menschen waren arbeitslos gemeldet – 42.000 mehr als noch im Dezember. Entsprechend stieg die Arbeitslosenquote im Freistaat im Vergleich zum Vormonat um 0,5 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent, wie die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit (BA) gestern mitteilte. „Der Anstieg der Arbeitslosenzahl ist typisch im Winter, da gerade Bayern über einen hohen Anteil von Beschäftigten in witterungsbedingten Berufen verfügt“, erklärte Ralf Holtzwart, Chef der BA in Bayern.

„Winterdelle“ nennen das die Arbeitsmarktexperten. Die Auswirkungen der Delle sind in diesem Jahr allerdings geringer als in den vergangenen Jahren. Erstmals in einem Januar lag die Arbeitslosenquote in Bayern unter der Vier-Prozent-Marke. Vor einem Jahr waren es noch 4,1 Prozent. „Der Start ins neue Jahr ist gelungen“, kommentierte Arbeitsministerin Emilia Müller (CSU) – auch mit Verweis auf die rund 5,4 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Freistaat. Ein Rekordwert.

In den einzelnen Regierungsbezirken hat sich der saisonale Anstieg der Arbeitslosigkeit am stärksten in Niederbayern ausgewirkt, wo besonders viele Menschen im Baugewerbe tätig sind. Die Arbeitslosenquote stieg von Dezember auf Januar von 3,2 auf 4,3 Prozent. An der Spitze der bayerischen Regierungsbezirke befindet sich Schwaben mit einer Quote von 3,4 Prozent. Dicht gefolgt von Unterfranken mit 3,5 Prozent, Oberbayern mit 3,6 Prozent und der Oberpfalz mit 3,8 Prozent. Mit großem Abstand folgen Niederbayern und Oberfranken (4,3 Prozent). Schlusslicht ist Mittelfranken mit 4,5 Prozent.

Die Arbeitslosen im Freistaat sind übrigens laut Bundesagentur für Arbeit zu rund 59 Prozent männlich, gut 35 Prozent sind 50 Jahre und älter. Etwa 22 Prozent sind langzeitarbeitslos. Zunehmend tauchen auch arbeitslose Flüchtlinge in der Statistik auf. So ist die Zahl der arbeitslosen Flüchtlinge in Bayern im Vergleich zum Vormonat um etwa 1500 gestiegen – auf knapp 15.900. Etwa 49.000 Geflüchtete gelten dagegen im Freistaat als arbeitssuchend: Sie machen einen Integrationskurs oder werden anderweitig gefördert.

Deutschlandweit ist Bayern erneut das Bundesland mit der niedrigsten Arbeitslosenquote. Bundesweit lag diese bei 6,3 Prozent – 0,5 Prozentpunkte höher als im Dezember. Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Vergleich zum Dezember bundesweit zwar um 209 000 auf 2,777 Millionen an. Der Anstieg war aber auch hier geringer als üblich. Weniger Arbeitslose in einem Januar hatte es 1991 gegeben. So gut wie zuletzt ist der Arbeitsmarkt damit vor 26 Jahren ins neue Jahr gestartet.

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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