Arbeitslosenzahl sinkt auf 3,5 Millionen

Nürnberg - Angesichts der guten Konjunktur und des vergleichsweise milden Winters hat sich der deutsche Arbeitsmarkt im März unverändert robust präsentiert. Nach Berechnungen von Banken-Volkswirten sank die Zahl der Erwerbslosen im März um rund 100 000 auf etwa 3,5 Millionen.

Der Rückgang würde damit etwas stärker ausfallen als im Schnitt der vergangenen drei Jahre. Die offiziellen Daten vom Arbeitsmarkt will die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Dienstag bekanntgeben.

Bei der Nachfrage nach Fachkräften zeigte sich nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) auch im März noch keine Eintrübung. Der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern sei weiter hoch, geht aus dem am Montag veröffentlichten Stellenindex BA-X der Bundesagentur hervor. Die Expansion scheine aber an ihre Grenzen zu stoßen, schränkte die Bundesbehörde ein.

Auch Volkswirte deutscher Großbanken gehen davon aus, dass sich der Job-Boom der letzten beiden Jahre erst einmal fortsetzen wird. Vor allem die gute Auftragslage der Industrie werde weiter für die Schaffung neuer Arbeitsplätze sorgen, prognostizierten Bankanalysten. Die Folgen einer abflauenden Konjunktur werde sich auf dem Stellenmarkt möglicherweise erst im Jahr 2009 bemerkbar machen.

Ihre Einschätzung fällt damit ungleich optimistischer aus als die der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ), die den Arbeitsmarkt auf der Kippe sieht. Im ersten Quartal hätten Großunternehmen angekündigt, knapp 40 000 Stellen streichen zu wollen. Dem stünde nur noch die Schaffung von 23 000 neuen Stellen gegenüber, schreibt das Blatt (Montag). Die "FAZ" beruft sich dabei auf eine eigene Auswertung aller öffentlich angekündigten Personalveränderungen von mehr als 100 Großunternehmen.

Dagegen vertritt etwa Dresdner-Bank-Volkswirt Alexander Koch die Auffassung, dass der Beschäftigungsaufbau erst einmal weitergeht. "In erfolgreichen Industriesparten, wie im Maschinenbau und der Elektroindustrie, werden weiter Arbeitskräfte gesucht", stellte er unter Berufung auf entsprechende Branchenumfragen fest. Die Auftragsbücher seien wegen der weltweiten Nachfrage bis Ende 2009 gefüllt. Andere Bankenvolkswirte sehen die Lage ähnlich.

Der CDU-Arbeitsmarktexperte Ralf Brauksiepe hält ebenso wie Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) die Chancen für eine Vollbeschäftigung in Deutschland für eine keineswegs unrealistische Option. "Ich halte Vollbeschäftigung durchaus für möglich. Wir haben ja 1,6 Millionen Arbeitsplätze jetzt zusätzlich geschaffen gegenüber der Situation noch von vor drei Jahren", sagte Brauksiepe dem Norddeutschen Rundfunk (NDR). Schon jetzt herrsche in einigen Regionen Deutschlands Vollbeschäftigung. "Und ich bin fest davon überzeugt, es kann uns gelingen, das auch in mehr Regionen zu schaffen", unterstrich er.

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