Arbeitslosenzahl unter fünf Millionen gerutscht

- Berlin/Nürnberg - Erstmals seit Jahresbeginn ist die Zahl der Arbeitslosen im April wieder unter die Fünf-Millionen-Marke gerutscht. Bei den Arbeitsagenturen seien im zu Ende gehenden Monat 4,967 Millionen Männer und Frauen offiziell als arbeitslos registriert gewesen, erfuhr die dpa aus gut informierten Kreisen in Berlin. Dies wären knapp 210 000 weniger als im März, aber rund 523 000 mehr als vor einem Jahr. Die Bundesagentur für Arbeit will die offiziellen Arbeitsmarktzahlen an diesem Donnerstag (28. April) in Nürnberg bekannt geben.

Der Frühjahrsaufschwung fiel damit deutlich stärker aus als Arbeitsmarktexperten noch in der Vorwoche angenommen hatten. Die Analysten deutscher Großbanken waren im Schnitt nur von einem Rückgang der Arbeitslosenzahl von rund 135 000 auf knapp über fünf Millionen ausgegangen. "Der nun starke Rückgang ist offenbar die Gegenbewegung zur schwachen Frühjahrsbelebung im März", betonte DZBank-Volkswirt Bernd Weidensteiner. Damals war der Rückgang um 41 000 im Vergleich zu der Märzentwicklung in den Vorjahren überraschend schwach ausgefallen.<BR><BR>Einig sind sich die Fachleute, dass der verhältnismäßig starke Rückgang der Arbeitslosenzahl keineswegs als Hinweis auf einen bevorstehenden wirtschaftlichen Aufschwung gesehen werden dürfe. Sie spiegele lediglich die saisonübliche Belebung auf dem Arbeitsmarkt sowie den verstärkten Einsatz so genannter Ein-Euro-Jobs und anderer arbeitsmarktpolitischer Instrumente wider. "Der grundlegende Trend ist weiterhin negativ", urteilt der Volkswirt der Deutschen Bank, Stephan Bielmeier. Etwas optimistischer ist hingegen Weidensteiner: "Es gibt gewisse Stabilisierungstendenzen".<BR><BR>Im März waren bei den Arbeitsagenturen 5 176 000 Menschen offiziell als arbeitslos registriert gewesen. Dies waren zwar 41 000 weniger als im Februar, aber 628 000 mehr als vor einem Jahr. Rund 380 000 beruhten auf statistischen Auswirkungen als Folge der HartzIV- Reform. Aber selbst nach Abzug dieses Sondereffekts war der Frühjahraufschwung deutlich schwächer ausgefallen als in den vorangegangenen Jahren. BA-Chef Frank-Jürgen Weise hatte für die hohe Arbeitslosenzahl unter anderem den harten Winter verantwortlich gemacht.

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