+
Arbeitslose stehen Schlange, vor einem Arbeitsamt in Alcala de Henares, bei Madrid. Foto: Fernando Villar

Investitionsfonds geplant

Arbeitslosigkeit in Euro-Ländern auf Dreijahres-Tief

Luxemburg - Monat für Monat werden die Zahlen besser. Immer mehr Menschen in Europa haben wieder einen Job. Am Arbeitsmarkt ist die Lage so gut wie seit drei Jahren nicht mehr.

Gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosigkeit in den Euro-Ländern ist im April auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren gesunken. Die Quote betrug 11,1 Prozent nach 11,2 Prozent im März, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg mitteilte.

Das ist eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu 2013, als auf dem Höhepunkt der Arbeitslosigkeit die Quote mehr als zwölf Prozent erreicht hatte. Zuletzt war die Lage am Arbeitsmarkt im Februar 2012 besser gewesen. Damals hatte die Quote 10,9 Prozent betragen.

Im April hatten in den 19 Ländern mit der Gemeinschaftswährung knapp 17,85 Millionen Männer und Frauen keinen Job, das waren 130.000 weniger als im Vormonat.

Deutschland meldete nach der europäischen Berechnungsmethode mit 4,7 Prozent die niedrigste Quote. Dagegen war die Lage im Krisenland Griechenland (25,4 Prozent im Februar) sowie in Spanien (22,7 Prozent) besonders schlecht. Spanien konnte aber ebenso wie die schwächelnden Euro-Länder Portugal, Irland und Zypern deutliche Besserungen am Arbeitsmarkt erzielen.

Die positive Entwicklung "verläuft doppelt so schnell wie erwartet", schrieb Volkswirt Christian Schulz von der Berenberg Bank. Damit verkürze sich auch die Zeit, bis die Arbeitslosigkeit wieder das Niveau vor der Krise erreichen werde.

EU-Arbeitskommissarin Marianne Thyssen sagte: "Wir müssen diesen Schwung beibehalten und den ermutigenden Rückgang der Arbeitslosigkeit fortsetzen." Dazu werde der neue EU-Topf zur Förderung von Investitionen in Europa beitragen, der bis 2017 rund 315 Milliarden Euro Investitionen anschieben soll, um die Konjunktur in Europa anzukurbeln und Arbeitsplätze zu schaffen.

Besonders hoch ist die Arbeitslosigkeit nach wie vor unter jungen Erwachsenen. In der Altersgruppe zwischen 15 und 24 Jahren waren im Euroraum 22,3 Prozent ohne Arbeit, das waren 1,6 Prozentpunkte weniger als im Vorjahresmonat. Diese Werte sind nicht unmittelbar vergleichbar mit der Gesamtquote: Studenten ohne Job werden ausgeklammert, das verkleinert die Bezugsgruppe. Dadurch fällt jeder einzelne Arbeitslose mehr ins Gewicht.

In allen 28 EU-Ländern waren im April 23,504 Millionen Menschen ohne Arbeit. Das entsprach einer unveränderten Quote von 9,7 Prozent.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Scout24 übernimmt Finanzcheck.de
Frankfurt/Main (dpa) - Der Online-Portalbetreiber Scout24 übernimmt das Finanzportal Finanzcheck.de. Der Kaufpreis beläuft sich auf 285 Millionen Euro, wie der …
Scout24 übernimmt Finanzcheck.de
Münchner Aldi-Mitarbeiterin packt aus: So hart ist die Arbeit an der Kasse
Jeder Einkauf im Discounter endet an der Kasse. Aber wie gut werden die Kassierer eigentlich behandelt? Eine Aldi-Süd-Mitarbeiterin hat nun Auskunft gegeben.
Münchner Aldi-Mitarbeiterin packt aus: So hart ist die Arbeit an der Kasse
Dax legt im späten Handel deutlich zu und schließt im Plus
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Dienstag nach einem lange richtungslosen Verlauf im späten Handel deutlich angezogen. Als Kursstützen sah Analyst Michael Hewson …
Dax legt im späten Handel deutlich zu und schließt im Plus
Paris: USA verweigern Ausnahmen von Iran-Sanktionen für EU-Unternehmen
Nach Angaben aus Paris wird es keine Ausnahmen für deutsche und andere europäische Unternehmen von den US-Sanktionen gegen den Iran geben
Paris: USA verweigern Ausnahmen von Iran-Sanktionen für EU-Unternehmen

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.