Arbeitslosigkeit sinkt: Stärkster August-Rückgang seit elf Jahren

- Nürnberg - Mit einem überdurchschnittlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit hat der August für einen Lichtblick auf dem deutschen Arbeitsmarkt gesorgt. Im Monat vor der Bundestagswahl sank die Zahl der Erwerbslosen um 44 000 auf 4 728 325. Dies ist der stärkste Rückgang in einem August seit 1994. Im Vergleich mit dem Vorjahresmonat waren knapp 382 000 mehr Arbeitslose registriert.

BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise erklärte, er sehe Besserungstendenzen, aber noch keinen Hinweis auf einen Aufschwung. Dagegen sprach Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement bereits von einer Trendwende. Diese Einschätzung werde gestützt durch eine "konjunkturelle Grunddynamik", sagte Clement unter Berufung auf die Bundesbank.

Nach Einschätzung von BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt gibt es gleich mehrere Hinweise darauf, "dass der Arbeitsmarkt besser dasteht als vor einem Jahr": Zum einen sei das Stellenangebot deutlich gestiegen. Zudem hätten sich weniger Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, umgekehrt mehr bislang Erwerbslose im August eine neue Stelle gefunden. Auch der seit Jahren andauernde Rückgang der Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter sei offenbar zum Stillstand gekommen.

BA-Chef Weise geht davon aus, dass die Nürnberger Bundesbehörde zur Schließung ihres Kassenlochs lediglich einen Bundeszuschuss von drei Milliarden Euro benötigt; bisher hatte die BA in ihrem aktuellen Haushaltsplan vier Milliarden Euro veranschlagt.

Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist im Ferienmonat August erwartungsgemäß leicht gestiegen. Insgesamt waren 483 800 Menschen ohne Beschäftigung, das sind 9400 mehr als im Juli.

Die Arbeitslosenquote stieg im August um 0,2 Prozentpunkte auf 7,5 Prozent. Dies sei saisonüblich und liege im Bereich der letzten Jahre, hieß es. Vor einem Jahr hatte die Quote 6,7 Prozent betragen.

Im August meldeten sich 81 700 Menschen in Bayern arbeitslos, das waren 2900 weniger als im Vorjahr. Damit bestätige sich der seit April erkennbare Trend rückläufiger Arbeitslosenmeldungen im Vorjahresvergleich, teilte die Regionaldirektion mit. 72 300 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, ein Prozent mehr als im August 2004. Die Zahl der offenen Stellen lag mit 31 900 um knapp ein Drittel über dem Vorjahreswert.

Regional blieb die Situation in der Region Freising mit einer Arbeitslosenquote von 4,0 Prozent am günstigsten. Zweistellige Werte verzeichneten dagegen die nordbayerischen Agenturbezirke Hof (11,4), Coburg (11,0), Bayreuth (10,1) und Weiden (10,0).

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