Arbeitslosigkeit weiter unter Drei-Millionen-Marke

Nürnberg - Die Zahl der Arbeitslosen bleibt nach Einschätzung von Experten im November knapp unter der Drei-Millionen- Marke.

In den kommenden Monaten werde aber zunehmend die Finanz- und Wirtschaftskrise auf den deutschen Arbeitsmarkt durchschlagen, prognostizierten Volkswirte deutscher Großbanken am Mittwoch in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa. Vor allem im kommenden Jahr rechnen die Fachleute mit einem kräftigen Anstieg der Erwerbslosenzahlen - möglicherweise von bis zu 150 000 im Jahresdurchschnitt.

Im November waren den Experten zufolge rund 2,97 bis 2,98 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit. Dies wären rund 20 000 bis 25 000 weniger als im Oktober und rund 410 000 weniger als im Vorjahr. Einige Volkswirte halten allerdings auch eine Zunahme der Erwerbslosenzahl für möglich - und zwar um 10 000 bis 15 000. In diesem Fall würde die Zahl der Erwerbslosen wieder über die psychologisch wichtige Drei-Millionen-Marke klettern.

Die offiziellen Zahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) am nächsten Donnerstag (27. November) bekanntgeben.

In einem Punkt sind sich die Volkswirte aber einig: Der aktuelle Tiefstand der Arbeitslosenzahlen markiert das Ende des seit vier Jahren andauernden Job-Booms. "Die Unternehmen agieren schon jetzt bei Neueinstellungen sehr vorsichtig. Bei den zuletzt ungünstigen Stimmungsindikatoren wird sich diese Zurückhaltung bald schon auf dem Arbeitsmarkt niederschlagen", prognostizierte etwa der Commerzbank- Volkswirt Eckart Tuchtfeld.

Stephan Bielmeier von der Deutschen Bank warnt zwar vor übertriebenem Pessimismus auf dem Arbeitsmarkt. Von einer Krise sei man angesichts der zahlreichen offenen Stellen noch weit entfernt. "Aber es ist schon so, dass wir am Beginn einer Trendwende stehen. Ich rechne in den kommenden Monaten wieder mit steigenden Arbeitslosenzahlen", unterstrich er. Das sieht auch der Volkswirt der genossenschaftlichen DZ-Bank, Marci Glenn, so: "Die wirtschaftliche Trendwende dürfte jetzt langsam auch den Arbeitsmarkt erreichen".

Im Oktober war die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland erstmals seit 16 Jahren wieder unter die Drei-Millionen-Marke gerutscht. Bundesweit waren nach Angaben der Bundesagentur in dem Monat 2 997 000 Männer und Frauen ohne Arbeit. Dies waren 84 000 weniger als im September und 437 000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote ging um 0,2 Punkte auf 7,2 Prozent zurück. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 8,2 Prozent gelegen. In Westdeutschland hatte die Herbstbelebung die Arbeitslosenzahl um 52 000 auf 1 990 000 gedrückt, im Osten um 32 000 auf 1 007 000.

dpa

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