Arbeitsmarkt: Auch Ältere finden wieder leichter Arbeit

München/Nürnberg - Die stabile Konjunktur und das milde Winterwetter haben die Februar-Arbeitslosigkeit auf den niedrigsten Wert seit 16 Jahren sinken lassen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren im abgelaufenen Monat 3 617 000 Männer und Frauen arbeitslos. Dies sind 42 000 weniger als im Januar.

Einen stärkeren Februar-Rückgang hatte die Bundesagentur zuletzt im Jahr 1992 verzeichnet. Gewöhnlich steigt die Arbeitslosigkeit in diesem Wintermonat an. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Erwerbslosen um 630 000. Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Punkte auf 8,6 Prozent zurück. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 10,2 Prozent gelegen.

Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sagte, die Februarzahlen belegten, dass die gute Arbeitsmarktentwicklung der vergangenen Monate anhält. "Die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften bleibt auf sehr hohem Niveau", hob er hervor. Weise räumte allerdings ein, dass auch der milde Winter zur geringen Arbeitslosigkeit im Februar beigetragen habe. Dieser habe verhindert, dass sich Beschäftigte in Außenberufen in großem Stil arbeitslos meldeten.

Für Überraschung sorgte bei Fachleuten der starke Rückgang der saisonbereinigten Arbeitslosenzahl um 75 000 auf 3,336 Millionen. Wie Statistikexperten der BA erläuterten, gehe diese Entwicklung je zur Hälfte auf das Konto der guten Konjunktur und von Sondereffekten. Dazu gehört nach Angaben der BA-Fachleute neben dem schneearmen Winter auch das sogenannte Kurzarbeitergeld, das den Anstieg der Erwerbslosigkeit leicht gedämpft habe. Auch drängten mit der zunehmenden Überalterung weniger Menschen auf den Arbeitsmarkt als früher. Zudem seien im Februar mehr Arbeitslose in Aus- und Fortbildungskurse vermittelt worden als in den Vormonaten.

Insgesamt hatten Firmen den örtlichen Arbeitsagenturen im Februar 379 000 offene Stellen gemeldet - 26 000 mehr als im Januar. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten stieg im Vergleich zum Vorjahr um 588 000. "Die neu entstandenen Arbeitsplätze sind überwiegend Vollzeitstellen. Nur 16 Prozent davon sind Zeitarbeitsplätze. Zu Beginn des Aufschwungs hatte dieser Anteil noch bei 70 Prozent gelegen, sagte Weise.

In Bayern ist im Februar die Zahl der Arbeitslosen um 12 100 auf 336 000 zurückgegangen. Das waren 98 200 weniger als noch vor einem Jahr, berichtete die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Punkte auf 5,1 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich ein Rückgang um 1,5 Prozentpunkte. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag zuletzt (Dezember 2007) mit 4,451 Millionen um 100 000 über dem Vorjahreswert. Die Arbeitslosenquote in Oberbayern sank auf 4,5 Prozent nach 5,6 Prozent im Februar 2007 und 4,7 Prozent im Januar.

"Das sind positive Anzeichen für den weiteren Jahresverlauf", kommentierte der Chef der Regionaldirektion, Rainer Bomba, die Zahlen. Auch ältere Arbeitnehmer hätten wieder mehr Chancen bei der Stellenbesetzung von Unternehmen. Insgesamt nahm die Arbeitslosigkeit binnen zwölf Monaten um 22,6 Prozent ab. Bei den Arbeitslosen über 55 Jahre betrug der Rückgang sogar 29,7 Prozent.

Wer gesucht wird

Verkäufer und Warenkaufleute waren im Februar die meistgesuchten Arbeitskräfte in Deutschland. In diesem Bereich wurden 23 000 offene Stellen gemeldet, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Außerdem wurden 22 000 Elektriker, 20 000 Bürofachkräfte sowie 18 000 Werbe- und Dienstleistungskaufleute gesucht.

Auf den weiteren Plätzen folgen: Schlosser (18 000), Kellner und Gastwirte (16 000), Krankenschwestern, Sprechstundenhilfen und Masseure (15 000), Lager- und Transportarbeiter (13 000), Kraftfahrzeugführer (12 000) sowie Datenverarbeitungsfachleute (12 000). Im Februar standen der Bundesagentur 999 000 Stellen zur Vermittlung zur Verfügung ­ 146 000 Stellen mehr als im Vorjahr. 81 Prozent zielten auf eine Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt ab.

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