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„Tiefpunkt in der ersten Hälfte 2009“: Der erwartete Konjunktureinbruch wird in Deutschland für mehr Insolvenzen und damit auch Arbeitslosigkeit sorgen.

Am Arbeitsmarkt geht es abwärts

München - Der über zwei Jahre anhaltende Stellenaufbau in Bayern geht seinem Ende entgegen. In den kommenden Monaten wird die Konjunkturflaute auch im Bundesland mit der derzeit noch niedrigsten Arbeitslosigkeit Spuren hinterlassen.

Die guten Zeiten mit stetig sinkenden Arbeitslosenzahlen sind im Freistaat vorbei. „Von nun an geht es bergab“, zitierte die Nachrichtenagentur dpa am Wochenende einen nicht genannten Experten des bayerischen Arbeitsministeriums. Im Dezember sei ein leichter Anstieg der Jobsuchenden zu verzeichnen gewesen, der vor allem saisonal bedingt sei. Die Entwicklung falle aber nur deswegen so moderat aus, weil der Stichtag für die Zählung der Arbeitslosen der 15. Dezember sei, Kündigungen jedoch zum Ende des Monats ausgesprochen würden. Volkswirte rechnen bundesweit mit einem spürbaren Anstieg der Arbeitslosigkeit.

Nach vorläufigen Berechnungen waren im Dezember mehr als 250 000 Menschen im Freistaat auf Jobsuche – und damit mindestens 10 000 mehr als im November. Die Quote wird deshalb voraussichtlich um 0,2 Punkte auf 3,8 Prozent steigen. „Unter 4,0 Prozent bleiben wir noch“, sagte der Fachmann. Die offiziellen Zahlen für Dezember will die Bundesagentur am Mittwoch veröffentlichen.

Im November hatte der bayerische Arbeitsmarkt noch ein voraussichtlich letztes Mal der abkühlenden Konjunktur und der Finanzkrise getrotzt: Die Zahl der Arbeitsuchenden erhöhte sich kaum, die Quote blieb bei 3,6 Prozent – und war damit die niedrigste bundesweit.

Schon bald könnte diese Rolle wieder Baden-Württemberg einnehmen, dessen Wirtschaft nicht so stark von „Außenberufen“ wie Landwirt, Gärtner und Bauarbeiter geprägt ist. Es wird erwartet, dass in der Statistik für Januar und Februar der in Bayern besonders starke winterbedingte Rückgang und die schwache Konjunktur zusammentreffen. Bereits jetzt litten das Baugewerbe, Finanzdienstleister und die Autobranche unter der Wirtschaftskrise.

Das Hamburgische Welt-Wirtschaftsinstitut (HWWI) erwartet eine deutliche Zunahme der Arbeitslosigkeit in ganz Deutschland auf 3,5 Millionen im Jahresdurchschnitt. Das erklärte HWWI-Chef Thomas Straubhaar gegenüber dem „Hamburger Abendblatt“. Zugleich erwartet er ein Schrumpfen der Wirtschaft um 1,2 Prozent. „Der Tiefpunkt wird in der ersten Jahreshälfte 2009 liegen und im zweiten Halbjahr wird es wieder nach oben gehen“, sagte der Ökonom. Schon 2010 werde sich Deutschland wieder in einem positiven Wachstumsprozess befinden.

Bis dahin müssen sich die Bürger nach Ansicht von BASF-Chef Jürgen Hambrecht aber noch auf eine schwierige Zeit einstellen. „Die Wucht des Abschwungs ist durchschlagend“, sagte der Manager des Chemie-Konzerns der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Es werde Schweiß und Tränen geben.

mm/ap/dpa

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