Arbeitsmarkt: Lichtblicke bei fünf Millionen

- Nürnberg - Als die Arbeitslosenzahlen im Januar 2005 erstmals die Fünf-Millionen-Marke knackte, machte sich in der Republik Entsetzen breit. Dieses Jahr ist alles anders: Erneut haben sich im Januar über fünf Millionen Menschen bei den Arbeitsagenturen gemeldet. Doch diesmal sprechen Bundesagentur für Arbeit und Politiker von einer anhaltender Erholungstendenz.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit vom Dienstag waren im Januar 2006 5.012.000 Menschen ohne Arbeit. Das waren zwar 408.000 mehr als im Dezember, aber 75.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 1,0 Punkte auf 12,1 Prozent.

Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sagte, die Arbeitslosigkeit habe sich wesentlich ungünstiger entwickelt als jahreszeitlich üblich. Dafür seien zwei Faktoren verantwortlich: Die Auswirkungen der Winterpause seien vor allem in den Januar verlagert worden, außerdem hätten sich überdurchschnittlich viele ältere Menschen arbeitslos gemeldet. Dies ändere jedoch nichts an der grundsätzlich rückläufigen Tendenz bei den Arbeitslosenzahlen, erklärte Weise in Nürnberg.

Der Anstieg der Arbeitslosenzahl auf fünf Millionen zeigt nach den Worten von CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla, dass 70 Tage nach dem Ende von Rot-Grün "keine Wunder" am Arbeitsmarkt erwartet werden dürften. "Die Zahlen zeigen nachdrücklich, dass die jetzige Bundesregierung erst am Anfang steht", heißt es in einer Erklärung Pofallas. Es gebe aber "durchaus Lichtblicke": so habe sich der Abbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse "merklich verlangsamt".

Auch in Bayern mehr Arbeitslose registriert

In Bayern kletterte die Zahl der registrierten Arbeitslosen um 74.600 auf 548.300 (8,5 Prozent). Am stärksten fiel der Anstieg in Niederbayern, am geringsten in Mittelfranken aus. Allerdings ist die Arbeitslosigkeit in allen Bezirken wieder unter den Vorjahreswert gesunken. Die Rückgänge reichen nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit von 1,9 Prozent in Oberbayern bis hin zu 9,7 Prozent in der Oberpfalz.

Die Regionaldirektion äuißerte sich trotz des witterungsbedingten Anstiegs optimistisch. So wachse die Zahl sozialversicherungspflichtiger Beschäftigter ebenso wie die der offenen Stellen. "Der seit dem Jahr 2001 anhaltende Beschäftigungsabbau scheint gestoppt", hieß es. Der Chef der Regionaldirektion, Andreas Stöhr, sagte, dass sich die Entspannungstendenzen der letzten Monate verstärkt hätten.

Die bayerische Arbeitsministerin Christa Stewens (CSU) kommentierte die Daten mit den Worten: "Wenn die Beschäftigtenzahlen auch unter dem anhaltenden Frost leiden, so fallen auf den bayerischen Arbeitsmarkt schon die ersten Sonnenstrahlen."

Arbeitslosigkeit in BayernBezirkArbeitslose

Jan. 06Quote

Jan. 06Quote

Dez. 05Quote

Jan. 05

Oberbayern

161.0537,2%6,4%7,4%Niederbayern58.5639,6%7,4%10,1%

Oberpfalz

54.2279,7%7,9%10,7%

Oberfranken

62.12111,0%9,5%11,4%Mittelfranken

83.684

9,4%

8,4%

9,8%

Unterfranken55.7768,0% 7,0%8,7%Schwaben72.9157,9% 6,9%8,6%Bayern gesamt548.3398,5%7,3%8,9%

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