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Beim Tag der Zeitarbeit in der Agentur für Arbeit in Erfurt suchen Bewerber an einer Informationstafel nach offenen Stellen

Arbeitskräfte-Nachfrage steigt

Bundesagentur: Wieder mehr offene Stellen

Nürnberg - Die Unternehmen suchen nach monatelanger Zurückhaltung wieder verstärkt nach neuen Mitarbeitern. Ein dauerhafter Jobaufschwung ist allerdings nicht in Sicht.

Die Talfahrt bei der Arbeitskräftenachfrage in Deutschland scheint vorerst gestoppt. Zum zweiten Mal in Folge registrierte die Bundesagentur für Arbeit (BA) wieder eine steigende Zahl offener Stellen. Entsprechend kletterte der monatlich ermittelte Stellenindex der BA (BA-X) im Juli um zwei Punkte auf 149 Zähler, berichtete die BA am Dienstag, einen Tag vor der Veröffentlichung der offiziellen Juli-Arbeitslosenzahlen.

„Es scheint, dass sich der Rückgang der Kräftenachfrage vorerst nicht mehr fortsetzt, sondern sich die Nachfrage auf einem etwas niedrigeren - aber noch immer ansehnlichen - Niveau stabilisiert“, kommentierte die BA die jüngste Entwicklung. Angesichts der stabilen wirtschaftlichen Lage in Deutschland suchten Unternehmen offensichtlich wieder mehr neue Mitarbeiter.

Im Juli steigt die Zahl der Arbeitslosen saisonbedingt auf 2,931 Millionen

Für den Juli erwarten Arbeitsmarktexperten wie schon in den Vormonaten dennoch keine größere Bewegung. Dafür sorgten neben dem geringen Wirtschaftswachstum auch die in den Sommerferien übliche Jobflaute, berichteten von der Nachrichtenagentur dpa befragte Volkswirte. Sie rechnen für Juli mit einem saisonbedingten Anstieg der Arbeitslosenzahlen um rund 65.000 auf 2,931 Millionen. Dies wären rund 55.000 mehr als vor einem Jahr. Bereinigt um die im Juli besonders stark ausgeprägten jahreszeitlichen Einflüsse erwarten die Volkswirte eine Stagnation.

„Die meisten Bundesländer haben jetzt schon Sommerferien, so dass wir einen spürbaren Anstieg haben im Vergleich zu den Vormonaten, in denen sich die Frühjahrsbelebung hingezogen hat“, erläuterte etwa Alexander Koch von der HypoVereinsbank. Der Grund: Viele Betriebe machen derzeit Urlaub, andere verschieben geplante Einstellungen auf die Zeit nach der Sommerpause.

Ausblick: Stagnation auf dem Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten

Für die kommenden drei Monate erwarten die Volkswirte genauso wie das Münchner Ifo-Institut eine Stagnation auf dem Arbeitsmarkt. Die Münchner Konjunkturforscher berufen sich dabei auf eine Umfrage unter 9500 Firmen im verarbeitenden Gewerbe. Der daraus ermittelte Beschäftigungsindex habe sich zwar im Juli von seinem Einbruch im Vormonat erholt, berichtet das Institut laut „Handelsblatt“ (Dienstag). Doch „von einer größeren Beschäftigungsdynamik kann im Moment weiterhin nicht ausgegangen werden“.

Sorgenkind bleibe die deutsche Industrie. Zwar sei das Ifo-Barometer für das Verarbeitende Gewerbe gestiegen, doch seien die Firmen weiterhin zurückhaltend mit Neueinstellungen, berichtete das Institut. Dagegen würden im Bauhauptgewerbe weiter Mitarbeiter gesucht. Im Dienstleistungssektor bleibe die Personalpolitik leicht expansiv, ebenso im Groß- und Einzelhandel.

dpa

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