Am Arbeitsmarkt: Wende erst Mitte 2004

- Über das Herbstgutachten sprachen wir mit Reinhard Dörfler, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern.

Vor allem langfristige Prognosen der Forschungsinstitute lagen oft neben der tatsächlichen Entwicklung. Können sich die Unternehmen bei ihrer Personal- und Investitionsplanung auf solche Daten noch verlassen?<BR><BR>Dörfler: Planungen der Unternehmen müssen immer auf der individuellen Einschätzung beruhen. Die Umfragen der IHK haben sich von der tatsächlichen Entwicklung nicht so sehr unterschieden. Wir haben bereits 2001 und 2002 die Lage sehr viel zurückhaltender betrachtet als andere.<BR><BR>Trotz einer Wachstumsprognose von 1,7 % rechnen die Institute 2004 mit mehr Arbeitslosen. Was erwarten die Unternehmen?<BR><BR>Dörfler: Wir haben für Bayern ermittelt, dass die Erwartungen der Unternehmen gestiegen sind. Zum zweiten Mal folgte auch die Lageeinschätzung diesem Trend. Doch die Konjunktur bleibt ein zartes Pflänzchen. Auch wir erwarten die Trendwende am Arbeitsmarkt erst Mitte 2004. Die Hälfte der Unternehmen will derzeit Personal abbauen; nur 7 % wollen einstellen.<BR><BR>Einige Reformen sind auf den Weg gebracht. Was müsste zusätzlich geschehen, um die Beschäftigung anzukurbeln?<BR><BR>Dörfler: Man darf keine Gemeindewirtschaftssteuer einführen, die die Substanz der Unternehmen angreift. Wir brauchen dringend einen flexibleren Arbeitsmarkt. Die Notoperationen am Sozialsystem gehen in die richtige Richtung, bedeuten aber noch keine nachhaltige Sanierung.<BR>

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