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Mit Fieber zu Hause: Hat der Arbeitgeber Zweifel an der Krankschreibung, darf er sogar einen Detektiv mit der Prüfung beauftragen.

Chef darf Detektiv schicken

Das gilt, wenn Sie krankgeschrieben sind

München - Schnee, Nässe, Kälte – viele Beschäftigte liegen derzeit mit Fieber im Bett. Damit es bei der Krankschreibung keinen Ärger mit dem Arbeitgeber gibt, gilt es einige Regeln einzuhalten. Ein Überblick.

Arbeitnehmer sind verpflichtet, ihren Arbeitgeber so schnell wie möglich über ihre Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer zu informieren – beispielsweise per Telefon. Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Tage, so hat der Arbeitnehmer die ärztliche Bescheinigung spätestens am darauffolgenden Tag vorzulegen. Allerdings kann per Arbeits- oder Tarifvertrag geregelt sein, dass eine solche Bescheinigung des Arztes bereits nach eintägiger Krankheit dem Arbeitgeber vorgelegt werden muss.

Arbeitgeber darf Detektiv schicken

Auch während einer länger dauernden Krankheit muss der Arbeitgeber auf dem Laufenden gehalten werden. Das heißt: Auch die weiteren Arztatteste sind an die Firma weiterzuleiten. Dies gilt auch nach Ablauf der meist sechswöchigen Entgeltfortzahlung, wenn die Krankenkasse bereits mit der Krankengeldzahlung eingesetzt haben sollte.

Während der Arbeitsunfähigkeit ist der Arbeitnehmer außerdem verpflichtet, sich so zu verhalten, dass er möglichst bald wieder gesund wird. Er hat demnach alles zu unterlassen, was einer Genesung im Wege stehen könnte. Arbeitet der Kranke während der ärztlich bescheinigten Arbeitsunfähigkeit bei einem anderen Arbeitgeber, so kann dadurch die ärztliche Bescheinigung entkräftet werden – mit der Folge, dass kein Lohnfortzahlungsanspruch besteht. Ein während einer Arbeitunfähigkeit ausgeübter Zweitjob kann sogar den Hauptjob kosten. Weitere wichtige Fragen zur Krankschreibung:

Darf der Arbeitgeber einen Mitarbeiter besuchen, wenn er der Meinung ist, er simuliere?

Ja. Der Arbeitgeber darf sogar – liegen Verdachtsmomente vor – einen Detektiv einschalten. Die Kosten dafür muss der Arbeitnehmer tragen, wenn er überführt wurde und der Arbeitgeber nicht auf andere Weise den Verstoß gegen den Arbeitsvertrag nachweisen konnte. Das Verhältnis zwischen Lohn und Detektivkosten darf aber nicht zu weit auseinanderklaffen, entschied das Bundesarbeitsgericht (AZ: 8 AZR 5/97).

Darf ein Arbeitgeber Mitarbeitern vorschreiben, wo sie sich während einer Arbeitsunfähigkeit aufzuhalten haben?

Nein. Das bestimmt allenfalls der Arzt. Aber niemand wird etwas gegen Spaziergänge einzuwenden haben, wenn nicht Bettruhe verordnet ist.

Muss der Arbeitgeber den Lohn weiterzahlen, wenn ein Arbeitnehmer während der Dienstzeit zum Arzt will?

Grundsätzlich nicht – es sei denn, der Arztbesuch ist unaufschiebbar. Beispiele: Plötzliche starke Zahnschmerzen oder wenn der Arztbesuch in nüchterndem Zustand erforderlich ist. Der Arbeitgeber muss auch zahlen, wenn der Arzt außerhalb der Dienstzeit nicht zu erreichen ist, etwa weil er für eine Untersuchung einen bestimmten Termin anberaumt hat. Der Arbeitgeber kann – wegen des Rechts auf freie Arztwahl – nicht verlangen, dass ein anderer Doktor mit günstigeren Praxisöffnungszeiten besucht wird. Meist regeln sich solche Probleme in Betrieben mit gleitender Arbeitszeit von selbst.

Nachteil beim Freizeitausgleich

Wird ein Mitarbeiter während des von ihm gewählten Freizeitausgleichs krank, so kann er nicht verlangen, dass ihm die betreffenden Tage wieder gutgeschrieben werden. Begründung: Ein Entgeltfortzahlungsanspruch könne nur entstehen, wenn die Arbeitsunfähigkeit „die alleinige Ursache für den Ausfall der Arbeitsleistung“ sei (AZ: 4 Sa 331/11).

Marathonlauf trotz Krankschreibung

Eine Arbeitnehmerin, die wegen einer psychischen Erkrankung mit der Arbeit aussetzte und von ihrem Arbeitgeber das Arbeitsentgelt weitergezahlt bekam, wurde dabei ertappt, dass sie an einem Marathonlauf teilnahm. Ihr Arbeitgeber verweigerte darauf die Weiterzahlung des Gehaltes. Das Arbeitsgericht Mannheim bestätigte die Entscheidung. Es sei anzunehmen, dass die Mitarbeiterin ihre psychische Erkrankung nur vorgeschoben habe. Denn wäre sie wirklich deswegen arbeitsunfähig gewesen, dann hätte sie kaum an einer solchen Strapaze wie einem Marathonlauf teilnehmen können (AZ: 3 Ca 432/10).

Zu spät den Chef informiert

Wird ein Arbeitnehmer in der Probezeit an einem Donnerstag krank und wirft er die Krankmeldung erst am Freitag nach Geschäftsschluss des Arbeitgebers in den Briefkasten, sodass der erst am Montag von der Krankmeldung erfährt, so darf ihm deswegen gekündigt werden. Der Arbeitnehmer hätte am Freitagmorgen – also am zweiten Tag seiner Abwesenheit – anrufen müssen (SG Heilbronn, S 7 AL 571/10).

Von Wolfgang Büser

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