Arbeitszeiten: Jetzt soll Bayern Feiertage opfern

- München - In der Diskussion um längere Arbeitszeiten wird jetzt auch über eine mögliche Streichung von Feiertagen gestritten. Politiker von Union und FDP sprachen sich dafür aus, die Zahl der Feiertage in Deutschland auf ein einheitliches Niveau zu reduzieren. Betroffen davon wären vor allem Arbeitnehmer in Süddeutschland, wo es derzeit noch die meisten Feiertage gibt.

<P>Forderungen nach einer generellen Verlängerung der Wochen-Arbeitszeit und weniger Urlaub stießen dagegen auf breite Ablehnung. Bundespräsident Horst Köhler forderte aber ebenso wie Kanzler Gerhard Schröder und die Spitzen von Union und FDP mehr Flexibilität. Die IG Metall drohte unterdessen damit, längere Arbeitszeiten und Urlaubskürzungen notfalls mit Streik zu verhindern.<BR><BR>Schleswig-Holsteins CDU-Landesvorsitzender Peter Harry Carstensen sagte in der "Bild am Sonntag", Deutschland brauche eine einheitliche Feiertagsregelung nach dem Modell der nördlichen Bundesländer. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) zeigte sich offen für den Vorstoß. "Ich hätte überhaupt nichts dagegen, die Zahl der Feiertage in Deutschland zu reduzieren", sagte Böhmer der Zeitung. FDP-Parteivize Rainer Brüderle bezeichnete die Angleichung auf niedrigerem Niveau "als letztes Mittel", falls sich Arbeitgeber und Gewerkschaften nicht auf eine Verlängerung der Wochenarbeitszeiten einigen sollten.<BR><BR>Mit neun Feiertagen liegen Berlin, Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein am unteren Ende der deutschen Feiertagsskala. Bayern steht mit 13 Feiertagen an der Spitze, gefolgt von Baden-Württemberg, dem Saarland und Sachsen mit jeweils 12. Eine Änderung der Regelung müssten die jeweiligen Länderparlamente beschließen. Der CSU-Wirtschaftsexperte Alexander Dobrindt schlug vor, den Tag der Arbeit und den Tag der Deutschen Einheit generell an einem Sonntag zu feiern, wenn sich die Arbeitgeber im Gegenzug verpflichteten, neue Jobs zu schaffen.<BR><BR>Ebenso wie die Vorsitzenden der Unionsparteien, Angela Merkel und Edmund Stoiber, sprach sich Bundeskanzler Gerhard Schröder gegen eine generelle Verlängerung der Arbeitszeit aus. Schröder sagte, es mache "keinen Sinn, eine bestimmte Stundenzahl zu ideologisieren". Vielmehr komme es darauf an, Regelungen zu schaffen, damit Firmen auf Aufträge flexibel reagieren könnten.<BR></P>

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