Arcandor bleibt bei Neckermann zunächst an Bord

-

München (dpa-AFX) - Statt des zunächst geplanten Komplettverkaufs will sich Arcandor von seiner Versandtochter Neckermann nur schrittweise trennen.

"Wir bleiben zunächst mit 49 Prozent beteiligt und wollen dieses Paket im Wege eines Börsengangs in einigen Jahren abgeben", sagte Marc Sommer, der im Arcandor-Vorstand für das Versandgeschäft zuständig ist, der "Süddeutschen Zeitung" (Montag). Die Mehrheit der Anteile übernehme in Kürze ein Finanzinvestor, dessen Namen Sommer nicht nannte. "Spätestens Ende November sind die Verträge unterzeichnet."

Er könne sich vorstellen, dass der neue Mehrheitsgesellschafter Neckermann in drei bis vier Jahren an die Börse bringe. Dann werde sich Arcandor vollständig zurückziehen. "Wir hätten auch in einem Schritt alle Anteile abgeben können", sagte Sommer. Aber von der jetzt gewählten Lösung erhofft er sich einen höheren Verkaufspreis.

Der Versender werde seinen Umsatz in diesem Jahr um knapp zehn Prozent steigern und damit deutlich besser abschneiden als viele Mitbewerber, sagte Sommer. Dennoch werde noch einmal ein Verlust in Höhe eines kleinen zweistelligen Millionenbetrages anfallen. "Aber in zwölf bis 18 Monaten verdient Neckermann Geld", sagte Sommer.

Das unter dem Markendach Primondo zusammengefasste Versandhandelsgeschäft von Arcandor werde im Geschäftsjahr 2007/2008 den Umsatz voraussichtlich um fünf Prozent steigen und damit nahe an die Marke von fünf Milliarden Euro heranreichen. Ein positives Ergebnis der Sparte erwarte Sommer erstmals wieder im Geschäftsjahr 2007/2008. Der vor einigen Wochen gestarteten Online-Elektronikhändler Myby, eine Gemeinschaftsfirma von Arcandor mit dem Verlag Axel Springer, soll in drei bis fünf Jahren einen Umsatz von etwa 500 Millionen Euro erwirtschaften.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Deutsche Wirtschaft hat im Frühjahr an Tempo gewonnen
Frankfurt/Main (dpa) - Die deutsche Wirtschaft hat nach Einschätzung der Bundesbank im zweiten Quartal wieder etwas an Tempo gewonnen.
Deutsche Wirtschaft hat im Frühjahr an Tempo gewonnen
Audi-Chef Stadler in U-Haft genommen - Nachfolge soll feststehen
Neuer Paukenschlag in der Abgasaffäre: Audi-Chef Rupert Stadler wurde festgenommen und sitzt nun in Untersuchungshaft. Vergangene Woche war bereits sein Haus durchsucht …
Audi-Chef Stadler in U-Haft genommen - Nachfolge soll feststehen
Bahn im Mai wieder unpünktlicher
Berlin (dpa) - Fahrgäste in ICE und Intercitys der Deutschen Bahn brauchten im Mai wieder mehr Geduld. Nur 75,8 Prozent der Fernzüge erreichten ihr Ziel pünktlich - das …
Bahn im Mai wieder unpünktlicher
Audi-Chef Stadler unter Betrugsverdacht verhaftet
Im Abgasskandal bekommt Audi-Chef Stadler die harte Hand der Justiz zu spüren. Wegen Verdunkelungsgefahr nahmen Ermittler ihn in U-Haft. Ein vorläufiger Nachfolger steht …
Audi-Chef Stadler unter Betrugsverdacht verhaftet

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.