Arcandor erzielt Einigung mit Banken

Essen - Bei den Verhandlungen mit den Banken über eine Refinanzierung des Essener Handels- und Tourismuskonzerns Arcandor konnte nach tagelangen Gesprächen am Dienstag eine Einigung erzielt werden.

Das berichtete das Unternehmen am Mittwochmorgen in Essen. An den Verhandlungen seien die Führungsbanken eines Kreditkonsortiums beteiligt gewesen. Dabei handele es sich um die BayernLB, die Dresdner Bank AG sowie die Royal Bank of Scotland plc.

Zu Einzelheiten wollte sich ein Unternehmenssprecher nicht äußern. Aus dem Umfeld des Unternehmens hieß es, dass über einen "kleinen dreistelligen Millionenbetrag" verhandelt worden sei. Das Unternehmen hatte zuletzt insgesamt Netto-Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 1,5 Milliarden Euro ausgewiesen. Angaben über eine mögliche Aufstockung des Kredits wurden nicht gemacht.

Auch die vom Kreditversicherer Euler Hermes vorgenommene Deckelung der Ausfallgarantien für Warenlieferungen an die Handelstöchter des Konzerns Karstadt und Quelle bestehe nicht mehr, sagte der Unternehmenssprecher. Die Nachricht über die Entscheidung des Kreditversicherers vor dem Hintergrund der noch laufenden Verhandlungen über eine Refinanzierung des Konzerns hatte noch in der vergangenen Woche zu einem Kurseinbruch der Arcandor-Aktie geführt.

Neben Euler Hermes hätten sich auch die Warenkreditversicherer Atradius, Coface und Zurich gegenüber der Arcandor AG bereiterklärt, begleitend zu der Finanzierung die für das Geschäft notwendigen Kreditlinien zur Verfügung zu stellen. Die Arcandor-Handelstöchter könnten nun ganz normal in das bevorstehende Weihnachtsgeschäft starten, so der Sprecher. Weitere Vereinbarungen mit den Banken, etwa über einen Verkauf von Anteilen an der profitablen Tourismustochter des Konzerns Thomas Cook, habe es nicht gegeben.

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