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Karl-Gerhard Eick bei Johannes B. Kerner: Es gibt noch andere Optionen für Arcandor außer Metro.

Für Arcandor ist Metro nicht die einzige Option

Essen - Der Konkurrent Metro ist für die insolvente Karstadt-Mutter Arcandor nicht der einzige mögliche Partner für eine Warenhaus AG.

Arcandor-Konzernchef Karl-Gerhard Eick will auch mit anderen Interessenten über die Zukunft von Karstadt verhandeln. “Wir werden die Gespräche nicht nur mit der Metro suchen, und wir werden dann die Lösung finden, die für die Mitarbeiter und das Unternehmen die interessanteste ist“, sagte Eick am Donnerstag bei der Aufzeichnung der ZDF-Sendung “Johannes B. Kerner“ in Hamburg.

Damit könnte er für die Karstadt-Häuser einen besseren Preis erzielen. Arcandor-Sprecher Gerd Koslowski erteilte aber schnellen Gesprächen eine Absage. Im laufenden Insolvenzverfahren werde sich zunächst der vorläufige Insolvenzverwalter ein Bild machen. Nach Koslowskis Angaben will Arcandor auch nicht die Mehrheit an Karstadt abgeben, wie Medien berichtet hatten.

Insolvenz nach gescheiterten Anträgen auf Staatshilfe

Arcandor hatte diese Woche nach dem gescheiterten Antrag auf Staatshilfe einen Insolvenzantrag für die Arcandor AG sowie die Töchter Karstadt Warenhaus, Primondo und Quelle gestellt. Insgesamt müssen 43.000 Beschäftigte um ihre Arbeit bangen. Lediglich die an der Börse in London notierte Touristiktochter Thomas Cook und einige Spezialversender wie Baby-Walz oder hess natur sind von der Insolvenz ausgenommen.

Vom Staat könnte aber doch noch Hilfe kommen. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hält es für möglich, dass auch im laufenden Insolvenzverfahren erneut über Staatshilfen verhandelt wird. “Es ist nicht ausgeschlossen, dass auch im weiteren Verfahren noch der Ruf nach Staatshilfe kommt. Das wäre nicht außergewöhnlich und war bei anderen größeren Insolvenzen schon der Fall“, sagte zu Guttenberg dem “Handelsblatt“ (Freitag). Deshalb bleibe die Regierung in engem Kontakt mit allen Verantwortlichen, “mit dem nötigen Fingerspitzengefühl und ohne pauschale Heilsversprechen“, sagte er.

Für den Fall eines Zusammengehens von Karstadt mit der zur Metro gehörenden Kaufhauskette Kaufhof würde das Bundeskartellamt diese Fusion genau unter die Lupe nehmen, berichtet die “Süddeutsche Zeitung“ (Freitag). Kartellamtspräsident Bernhard Heitzer sagte der Zeitung, ein solcher Fall würde sehr genau geprüft. Das Ergebnis ist noch völlig offen. Dies sei Metro auch signalisiert worden. Das “Handelsblatt“ schreibt, für die Prüfung einer Karstadt-Kaufhof- Fusion würden die Kartellbehörden Monate brauchen. Das Bundeskartellamt habe erklärt, eine eingehende wettbewerbsrechtliche Prüfung würde zunächst vier Monate in Anspruch nehmen.

EU-Kommission müsste Metro-Arcandor-Deal zustimmen

Auch die Brüsseler EU-Kommission müsse sich mit dem Fall befassen, da es um ein Umsatzvolumen von mehr als fünf Milliarden Euro gehe. Obwohl Karstadt und andere insolvente Tochterunternehmen des Touristik- und Handelskonzerns Arcandor ums Überleben kämpfen, schreiben die Kaufhäuser laut einem Zeitungsbericht wieder schwarze Zahlen. Der operative Gewinn der Karstadt-Häuser habe in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahrs (30.9.) bei sieben Millionen Euro gelegen, berichtet die “Financial Times Deutschland“ (Freitag) unter Berufung auf das Gutachten für den gescheiterten Bürgschaftsantrag von Arcandor.

Um den langfristigen Verbleib der ertragsstarken Tochter Thomas Cook im Konzern muss sich Arcandor Sorgen machen. Der Anteil von 52,8 Prozent ist verpfändet, um im wesentlichen Kredite abzusichern. Der “Finacial Times Deutschland“ zufolge ist das 960 Millionen Euro schwere Darlehen des Konsortiums um BayernLB, Commerzbank und Royal Bank of Scotland (RBS) mit einem 44,8-Prozent-Anteil an Thomas Cook besichert. Die restlichen acht Prozent stünden den Gläubigern einer Umtauschanleihe zu, die Arcandor 2008 begeben hat. Das Konsortium will, wie die Zeitung schreibt, das Paket innerhalb von 12 Monaten verkaufen.

Aber nicht nur Thoams-Cook-Anteile sind verpfändet, sondern auch Teile der Versandhandelstochter Primondo, wie Koslowski einen “Handelsblatt“-Bericht (Freitag) bestätigte. Zu Primondo gehören unter anderem der Universalversender Quelle, mehrere Spezialversender und der Shoppingkanal HSE 24. Neben Kaufhof und Metro bekräftigen auch andere Unternehmen ihr Interesse an Konzernteilen. Bei der Otto-Gruppe geht es um die Spezialversender und die Karstadt-Sporthäuser, die mit der Tochter Sport-Scheck verschmolzen werden könnten. REWE zeigt Interesse an Thomas Cook.

dpa

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