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Quelle ist seit dem vergangenen Donnerstag von den Zahlungseingängen seiner Kunden abgeschnitten.

Arcandor-Pleite: Quelle soll gerettet werden

Essen - Nach der ersten “Schockstarre“ durch den Insolvenzantrag steht bei Arcandor die Rettung der angeschlagenen Versandhandelstochter Quelle ganz oben auf der Prioritätenliste.

Der traditionsreiche Fürther Versender ist seit dem vergangenen Donnerstag von den Zahlungseingängen seiner Kunden abgeschnitten, da die Essener Valovis-Bank ihre Zusammenarbeit mit dem Unternehmen nach dem Insolvenzantrag aufgekündigt hat. Nur mit einer Bürgschaft über 50 Millionen Euro für die Bank hofft der vorläufige Arcandor- Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg auf die Wiederaufnahme der dringend benötigten Zahlungen.

Geld fehlt bei Quelle derzeit selbst für unverzichtbare Ausgaben wie den Druck des anstehenden Katalogs. Teilweise seien die Waren für die neue Saison schon in den Lagern eingetroffen. Noch in diesem Monat sollten die Kunden über die neuen Angebote für Herbst und Winter informiert werden. Nun hofft der Insolvenzverwalter auf eine Auslieferung der Kataloge für Anfang Juli, um der Konkurrenz nicht das Feld zu überlassen.

Wenn die Gespräche mit dem Bund und dem Land Bayern zu keinem Erfolg führen, dann bliebe nur nach der Gang zu den Arcandor- Großaktionären. Größte Anteilseignerin ist nach einem Aktienverkauf der Privatbank Sal. Oppenheim wieder die Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz mit mehr als 26 Prozent.

Dass die Kunden dem Versandhaus die Treue halten, darauf setzt Insolvenzverwalter Görg. “Wir können weder einen Rückgang der Bestellungen feststellen noch kommt es vermehrt zur Rücksendung von bereits gekauften Produkten“, stellte Görg fest. Auch bei der Warenhaustochter Karstadt sei nach dem Insolvenzantrag keine Kaufzurückhaltung zu bemerken. “Wir stellen fest, dass die Kunden mit den Füßen abstimmen“, sagte er. Für den Juni lägen die Umsätze über den Zahlen des Vorjahres und über Plan.

Ob der Konzern mit dem Kunstnamen Arcandor als Ganzes zu retten ist, will der Insolvenzverwalter aber nicht versprechen. In dem bis Ende August laufenden vorläufigen Insolvenzverfahren sei es jedoch seine Aufgabe, “den Laden zusammenzuhalten“. “Blitz-Verkäufe“ werde es nicht geben. Forderungen nach einer Zerschlagung gibt es jedoch genug: Metro-Chef Eckhard Cordes hatte erst in dieser Woche den Druck auf Arcandor erhöht. Unklar ist auch die Zukunft der Arcandor- Mehrheitsbeteiligung an dem profitablen Tourismusunternehmen Thomas Cook, die zu großen Teilen an die Banken verpfändet ist.

“Jedes Zögern geht auf Kosten der Mitarbeiter“, mahnte der Metro-Chef in einem Interview mit dem Magazin “stern“. Cordes möchte bis zu zwei Drittel der rund 90 Karstadt-Häuser übernehmen und mit seinen Kaufhof-Filialen zu einer neuen Warenhauskette zusammenlegen. Die Gespräche wurden von Arcandor aber nach dem Insolvenzantrag auf Eis gelegt. Auch er habe nicht mit Cordes gesprochen, versicherte Görg.

Für die rund 50 000 Mitarbeiter der von der Insolvenz betroffenen Arcandor-Gesellschaften ist die Zukunft weiter unklar. “Es wird natürlich auch betriebsbedingte Kündigungen geben“, kündigte Görg an. Bis Ende August sind die Gehälter zunächst einmal durch das Insolvenzgeld gesichert. Bis dahin könnte ein Sanierungsplan weitere Klarheit bringen.

dpa

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