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Thomas Middelhoff (links) konnte seinen Haftbefehl abwenden, Karl-Gerhard Eick übt sich in Schweigen.

Einstiger Arcandor-Chef

Haftbefehl gegen Middelhoff vom Tisch

Köln -  Der frühere Chef des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor Thomas Middelhoff muss nicht in Haft. Der andere Ex-Chef Karl-Gerhard Eick hat unterdessen die Aussage verweigert.

Der frühere Chef des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor, Thomas Middelhoff, kann aufatmen: Das Thema Haftbefehl ist vom Tisch. Der Arcandor-Insolvenzverwalter Hans-Gerd Jauch habe die Vollstreckungsaufträge gegen den Manager zurückgezogen, nachdem Middelhoffs Managerversicherung eine Haftungsgarantie für 3,4 Millionen Euro übernommen habe, berichtete ein Jauch-Sprecher am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. Damit sei auch das Thema Haftbefehl erledigt.

Nach einem Bericht des „Spiegel“ vom Freitag hat eine Gerichtsvollzieherin den Haftbefehl beantragt, um den Manager im Zusammenhang mit Zahlungsforderungen des Insolvenzverwalters zur Offenlegung seiner Vermögensverhältnisse zu zwingen.

Das Essener Landgericht hatte Middelhoff im September vergangenen Jahres in einem Zivilverfahren verurteilt, rund 3,4 Millionen Euro an den Insolvenzverwalter zu zahlen. Es geht vor allem um Bonuszahlungen, die Middelhoff nach Auffassung der Richter zu Unrecht erhalten hat. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, da beide Seiten Revision eingelegt haben. Middelhoff hatte bereits am Wochenende berichtete, dass eine Einigung zwischen der Managerversicherung und dem Insolvenzverwalter erzielt worden sei. Der Insolvenzverwalter hatte dies jedoch zunächst nicht bestätigt.

Früherer Arcandor-Chef Eick verweigert Aussage

Der frühere Chef des Arcandor-Konzerns, Karl-Gerhard Eick (60), hat im Sal. Oppenheim-Prozess die Aussage verweigert. „Mein Mandant macht von seinem Auskunftsverweigerungsrecht Gebrauch“, sagte sein Anwalt am Mittwoch vor dem Landgericht Köln. Er begründete dies damit, dass gegen frühere Vorstände des Arcandor-Konzerns wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung ermittelt werde. Das Gericht erkannte dies an.

In dem Prozess müssen sich die vier früheren Chefs von Sal. Oppenheim und ihr einstiger Geschäftspartner Josef Esch verantworten. Ihnen wird teils Untreue in besonders schwerem Fall, teils Beihilfe dazu zur Last gelegt. Alle fünf Angeklagten beteuern ihre Unschuld.

Der Niedergang von Sal. Oppenheim war eng verknüpft mit der Insolvenz des Arcandor-Konzerns, zu dem auch die Karstadt-Warenhäuser gehörten. Vor der Arcandor-Insolvenz im Sommer 2009 war Sal. Oppenheim größter Aktionär des Konzerns geworden. Dadurch geriet das Bankhaus mit in den Abwärtsstrudel. Ein Jahr später wurde die Privatbank in stark verkleinerter Form von der Deutschen Bank übernommen.

Eick war im Insolvenz-Jahr 2009 sechs Monate lang Vorstandsvorsitzender von Arcandor. Sein Vorgänger Thomas Middelhoff hatte eine Zeugenaussage im Sal. Oppenheim-Prozess ebenfalls mit der Begründung verweigert, dass gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung laufe. Dieses Verfahren und die zu erwartenden Fragen im Sal. Oppenheim-Prozess bezögen sich auf denselben Zeitraum, hatte Middelhoffs Anwalt gesagt. Mit einer Beantwortung hätte Middelhoff möglicherweise seine eigenen Interessen gefährdet.

dpa

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