Arcelor treibt Stahl-Konzentration voran

- Luxemburg - Der weltweit zweitgrößte Stahlhersteller Arcelor treibt den Konzentrationsprozess in der Branche voran: Arcelor will für eine feindliche Übernahme des kanadischen Konkurrenten Dofasco 4,4 Milliarden kanadische Dollar (knaspp 3,2 Mrd Euro) auf den Tisch legen. Das Angebot an die Dofasco-Aktionäre beläuft sich auf 56 Dollar pro Aktie, teilte Arcelor am Mittwoch am Sitz der Konzernzentrale in Luxemburg mit. Dofasco ist einer der führenden Stahllieferanten für die amerikanische Autoindustrie.

Schon in der ersten Jahreshälfte habe man mehrmals versucht, mit Dofasco über eine mögliche Übernahme zu sprechen. Mit dem Management von Dofasco habe es auch Gespräche über das aktuelle Angebot gegeben, doch hätten sich beide Seiten nicht "auf akzeptable Bedingungen" einigen können. "Deswegen hat Arcelor entschieden, dieses sehr überzeugende Angebot direkt den Dofasco-Aktionären zu unterbreiten." Arcelors Vorstandschef Guy Doll sagte: "Für Dofasco ist die Frage nicht, ob sie mit einem anderen Marktteilnehmer zusammen arbeiten sollten, sondern nur, wann und mit wem."

Das Arcelor-Angebot an die Dofasco-Aktionäre liegt 27,3 Prozent über dem Kurs des Vortages und gut 46 Prozent über dem Kurs vom 10. November, als erste Übernahmespekulationen aufkamen.

Der geplante Kauf von Dofasco sei das größte Investment von Arcelor in Nordamerika und soll dort bereits bestehende Geschäfte abrunden. "Dofasco soll Arcelors Plattform in Nordamerika werden", sagte Doll. Die Gesellschaft setzte im vergangenen Jahr 4,22 Milliarden kanadische Dollar um, Arcelor rund 30 Milliarden Euro.

Arcelor rechnet damit, dass in den kommenden fünf bis zehn Jahren lediglich vier oder fünf große Stahlanbieter mit einer Produktion von jeweils 80 bis 100 Millionen Tonnen übrig bleiben werden. Arcelor plant ebenso wie der Branchenprimus Mittal Steel weitere Zukäufe.

Arcelor ist selbst aus der Fusion der drei Branchenriesen Usinor (Frankreich), Arbed (Luxemburg) und Aceralia (Spanien) hervorgegangen. Arcelor galt bis zum Zusammenschluss von Mittal Steel (Niederlande) und International Steel (USA) als Nummer eins. Nach produzierter Stahlmenge liegt der Luxemburger Konzern nun nur noch auf Platz zwei - nach Umsatz liegen beide aber etwa gleichauf.

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