Arena plant Kooperation mit KDG

- München - Der neue Pay-TV-Partner der Fußball-Bundesliga, Arena, strebt wie erwartet eine Kooperation mit dem Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) an. "Ich gehe davon aus", sagte der Geschäftsführer der Arena Sport Rechte und Marketing GmbH, Bernard de Roos, am Donnerstag in München. Bereits vor Vergabe der Rechte am Mittwoch war über eine Zusammenarbeit der ArenaMuttergesellschaft Unity Media und KDG spekuliert worden.

Allerdings schloss de Roos auch eine Sublizenzierung von Übertragungsrechten an den Bezahlsender Premiere nicht kategorisch aus. Premiere war am Mittwoch als großer Verlierer der Vergabe leer ausgegangen. Der Börsenwert des Unternehmens hatte sich daraufhin nahezu halbiert. Am Donnerstag notierte die Premiere-Aktie nach dem Kursverlust des Vortages von mehr als 40 Prozent praktisch unverändert bei 13,68 Euro.

KDG verfügt mit knapp zehn Millionen angeschlossenen Haushalten über eine größere Reichweite als die drei zu Unity Media gehörenden Kabelnetzfirmen Ish, Iesy und Telecolumbus, die etwa sieben Millionen Haushalte versorgen. Zudem verfügen die Münchner über ein eigenes Pay-TV-Angebot mit etwa 320 000 Kunden. Unity/Arena muss sich nach Kooperationspartnern umsehen, um die der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zugesagte flächendeckende Abdeckung sicherstellen zu können.

Was, wie und von wem zukünftig berichtet wird, verriet der ArenaGeschäftsführer nicht. Arena sei gut vorbereitet. "Wir haben schon sehr, sehr viele Hausaufgaben gemacht und werden das professionell umsetzen." Konkrete Angaben werde es erst im Frühjahr 2006 geben. De Roos wiederholte lediglich die bereits am Vortag bekannten Eckdaten. So werde das Pay-TV-Angebot von der Saison 2006/2007 an unter 20 Euro im Monat liegen. Klar sei außerdem, dass der neue TV-Sender nicht unter dem Namen Arena vorgestellt werde. "Wir bauen eine eigene neue Redaktion in München auf. Das ist einer der besten Medienstandorte." Arena werde sich die beste Produktion und Redaktion leisten. Namen wollte er nicht nennen.

Eine Sublizenzierung von Rechten an Premiere schloss de Roos zumindest nicht aus. Auch Premiere-Chef Georg Kofler hatte sich am Mittwoch dafür offen gezeigt. Bisherigen Premiere-Nutzern soll der Wechsel aber leicht gemacht werden. Deren Decoder seien auch für den Empfang des neuen Angebots technisch ausreichend.

Übertragungen der Bundesliga-Spiele soll es künftig auch im Internet geben. Dafür hat die Deutsche Telekom die Rechte erworben. "Fußball ist zweifelsohne ein sehr attraktives Angebot", sagte Telekom-Vorstandsmitglied Walter Raizner. Die Telekom baut ein Hochgeschwindigkeits-Glasfasernetz auf, mit dem Live-Übertragungen via Internet in bester Qualität möglich wären. Bis Mitte 2007 sollen 50 Großstädte angeschlossen sein.

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