Arques schafft sich weitere Börsenwerte

- München - Peter Löw untertreibt gerne. "Vor einem Jahr hatten wir vom Drucken noch keine Ahnung", bekannte der Vorstandsvorsitzende der in Starnberg ansässigen Arques Industries AG. Nun aber will die Starnberger Beteiligungsgesellschaft eine neue Druckholding namens Arquana zu einem führenden europäischen Druck- und Medienunternehmen mit 500 Millionen Euro Umsatz schon 2008 aufbauen. Die Börsennotierung der Arquana ist bereits perfekt: Sie schlüpft in den Börsenmantel der Arques-Tochter Circel. Zwei von vier schon integrierten Druckunternehmen wurden erst Anfang dieser Woche erworben: Nord Offset und Evry Rotatives, eine Tochter der französischen Nationaldruckerei.

Aber nicht nur das: Arques, selbst im S-Dax geführt, schafft sich noch 2005 einen weiteren Börsenwert fürs Stahlgeschäft mit SKW (früher Degussa). Dazu dient der Börsenmantel Xerius. Druck und Stahl belegen zudem einen Strategiewandel: Mehr und mehr wird Stärke in bestimmten Geschäftsfeldern gesucht, während zunächst unterschiedlichste sanierungsbedürftige Firmen erworben wurden.

Angesichts der fast schon unheimlich schnellen Entwicklung bleibt Skepsis nicht aus. Doch Zweiflern begegnet Löw gelassen. Tatsächlich erhöht sich der Gewinn derzeit stärker als zunächst angekündigt. Das Ergebnis vor Abschreibungen, Ertragssteuern und Zinsen (Ebitda) hat sich bis September gegenüber der gleichen Vorjahreszeit von 5,7 Millionen auf 23 Millionen Euro verbessert - ein Wert, der eigentlich erst im ganzen Jahr erreicht werden sollte. Der Konzernumsatz ist gleichzeitig um 337 Prozent auf 283,6 Millionen Euro gestiegen. Und nicht zuletzt ist die Arques AG schuldenfrei. "Wir wollen uns", sagt Löw, "nicht gegenüber dritten Investoren rechtfertigen müssen."

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