+
Arvato-Chef Fernando Carro verlässt den Medienkonzern Bertelsmann. Foto: Jens Kalaene

Posten gestrichen

Arvato-Chef Carro verlässt Bertelsmann

Bei Europas größtem Medien- und Dienstleistungskonzern geht ein Urgestein. Nach 24 Jahren verlässt Fernando Carro Bertelsmann. Vorstandschef Thomas Rabe hat seinen Posten gestrichen.

Gütersloh (dpa) - Der Medienkonzern Bertelsmann nimmt seine Dienstleistungstochter Arvato enger an die Leine. Arvato-Chef Fernando Carro verlasse Bertelsmann, sein Posten werde nicht wieder besetzt, teilte das Unternehmen in Gütersloh mit.

Künftig unterstehen die Arvato-Manager direkt Bertelsmann-Konzernchef Thomas Rabe, Finanzvorstand Bernd Hirsch und Personalchef Immanuel Hermreck.

Mit dem Wegfall einer Managementebene bei Arvato wolle er die einzelnen Geschäftsbereiche eigenständiger und schneller aufstellen, sagte Rabe. "Wir haben lange darüber nachgedacht, ob es überhaupt Sinn macht, einen Vollzeit-Vorstandsvorsitzenden bei Arvato zu haben."

Fernando Carros Vertrag wäre erst 2018 ausgelaufen. Der 52-Jährige stand seit 2015 als Vorstandsvorsitzender an der Spitze der Dienstleistungstochter Arvato und war Mitglied im Konzern-Vorstand. Das Unternehmen teilte mit, Carro scheide im "besten gegenseitigen Einvernehmen und mit sofortiger Wirkung aus dem Unternehmen aus, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen".

Der Spanier war über das Nachwuchsprogramm 1993 zu Bertelsmann gekommen. Auch dank seiner engen Kontakte zum spanischen Königshaus besuchte König Felipe 2014 Gütersloh.

Arvato hat im vergangenen Jahr 3,8 Milliarden zum Bertelsmann-Konzernumsatz von 17 Milliarden Euro beigesteuert. Nach der RTL Group ist die Dienstleistungsgruppe damit der zweitgrößte Unternehmensbereich. Mit fast 70 000 Beschäftigten stellt er den mit Abstand größten Teil der 116 000 Mitarbeiter.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Forscher erwarten schwächeres Wirtschaftswachstum
Die USA und Europa streiten über neue Zölle. Das ist nicht der einzige Grund, der Wirtschaftsforscher skeptisch macht. Für Deutschland haben sie nicht mehr ganz so gute …
Forscher erwarten schwächeres Wirtschaftswachstum
Bram Schot wird kommissarisch Audi-Chef
Audi-Chef Stadler sitzt in U-Haft - der Aufsichtsrat hat ihn deshalb erst einmal beurlaubt und den Vertriebsvorstand auf den Chefsessel gesetzt.
Bram Schot wird kommissarisch Audi-Chef
Dr. Oetker peilt weitere Übernahmen an
80 Jahre lang zählte die Schifffahrt zu Dr. Oetker. Zuletzt wurde die Sparte für 3,7 Milliarden Euro verkauft. Das kostete zwar Umsatz, bringt aber Geld für Zukäufe im …
Dr. Oetker peilt weitere Übernahmen an
Flugtickets sind zu Jahresbeginn teurer geworden
Nach dem Ende von Air Berlin machen sich die Billigflieger auf dem deutschen Markt weiter scharfe Konkurrenz. Die Ticketpreise sind einer Studie zufolge aber leicht …
Flugtickets sind zu Jahresbeginn teurer geworden

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.