Asien lockt: Epcos streicht 800 Stellen

- München - Das Münchner Elektronik-Unternehmen Epcos will hoch hinaus. Für die Firmen-Kampagne hat man sich unter anderem das Matterhorn als Vorbild ausgesucht. Dessen Gipfel ähnelt dem Epcos-Logo und soll wohl den Weg an die Spitze symbolisieren. Für Epcos geht es von München zum Matterhorn allerdings über Asien. Das Unternehmen verlagert weitere 800 Stellen in Niedriglohn-Länder. In München fallen 300 Arbeitsplätze weg. Dies soll dazu beitragen, dass im laufenden Geschäftsjahr ein "deutlicher Gewinn" erzielt wird, wie Vorstandschef Gerhard Pegam sagte.

<P>Kosten sparen "bleibt Thema Nummer eins" bei Epcos, kündigte Pegam an. Die Verkaufspreise der elektronischen Bausteinchen, die in Handys, Fernsehern und Autos verarbeitet werden, sind im vergangenen Geschäftsjahr durchschnittlich um zwölf Prozent gefallen. "Für einige Produkte erlösen wir nur noch halb so viel wie vor zwei Jahren", sagte Pegam. Der Wettbewerbsdruck bleibt groß - und damit der Zwang, die eigenen Ausgaben zu reduzieren. 175 Millionen Euro sparte Epcos im abgelaufenen Geschäftsjahr ein, insbesondere durch die Verlagerung von Unternehmensteilen in Niedriglohn-Länder. </P><P>Das führte Epcos aus der Verlustzone, reichte aber nur für einen "marginalen Gewinn" von 6,7 Millionen Euro, wie Pegam einräumte. Im laufenden Geschäftsjahr sollen Umsatz und Ergebnis gesteigert werden. "Wir erwarten, dass sich das Volumenwachstum beschleunigen und der Preisverfall verlangsamen wird", erklärte Pegam. "Epcos wird sowohl vom stärkeren privaten Konsum als auch von höherer Investitionsbereitschaft der Unternehmen profitieren." Außerdem sind Einsparungen von 150 Millionen Euro geplant. 800 Stellen in Deutschland, Österreich, Frankreich und Spanien werden gestrichen und in Niedriglohnländern wieder aufgebaut. Diese Regionen böten nicht nur Kostenvorteile, sondern auch die größten Wachstumsraten und die Nähe zu den Epcos-Kunden. Mehr als die Hälfte der weltweit hergestellten Fernseher und ein Drittel der Mobiltelefone würden in China produziert. </P><P>Eine Verlagerung des Firmensitzes von München ins Ausland, die im Frühjahr diskutiert worden war, sei aber "kein Thema" mehr.<BR>Während Finanzvorstand Wilfried Backes bilanzierte, dass die Epcos-Aktie seit Beginn des Geschäftsjahres um 162 Prozent zugelegt hat - und damit deutlich stärker als der Hightech-Index TecDax, der 61 Prozent Plus schaffte -, straften die Anleger das Unternehmen ab. Das Papier war gestern zwischenzeitlich mit einem Minus von fast vier Prozent auf 18,09 Euro größter Verlierer im TecDax.<BR><BR></P>

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