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AT&T gehören nun etwa das traditionsreiche Filmstudio Warner Bros sowie das Nachrichten-Flaggschiff CNN und der Bezahlsender HBO ("Game of Thrones"). Foto: Justin Lane/EPA

Mega-Fusion

AT&T schluckt Time Warner - Trump-Regierung gibt klein bei

Die Time-Warner-Übernahme durch AT&T ist perfekt. Nachdem das Justizministerium mitteilte, der Mega-Fusion vorerst keine weiteren Steine in den Weg zu legen, wurde rasch Vollzug gemeldet. Ein Risiko bleibt aber: Die Trump-Regierung kann immer noch in Berufung gehen.

Dallas/Washington (dpa) - Nach der gescheiterten Kartellrechtsklage der US-Regierung haben der Telekomriese AT&T und der Medienkonzern Time Warner keine Zeit beim Vollzug ihrer Mega-Fusion verloren.

Die über 80 Milliarden Dollar teure Time-Warner-Übernahme durch AT&T sei vollzogen, teilten die Unternehmen am Donnerstagabend (Ortszeit) mit. Zuvor hatte das Justizministerium den Widerstand gegen den Zusammenschluss bis auf Weiteres aufgegeben, wie aus einem beim zuständigen Gericht in Washington eingereichten Antrag hervorging.

AT&T gehören nun etwa das traditionsreiche Filmstudio Warner Bros sowie das Nachrichten-Flaggschiff CNN und der Bezahlsender HBO ("Game of Thrones").

Der Name Time Warner soll im Zuge der Übernahme wegfallen. Ursprünglich hatte die im Oktober 2016 beschlossene Fusion schon Ende 2017 in trockenen Tüchern sein sollen, wegen der Kartellrechtsklage wurde sie jedoch zur Hängepartie. Die Regierung hatte den Mega-Deal verhindern wollen, weil sie eine zu große Marktmacht befürchtete, die zu unfairem Wettbewerb führen könnte.

Es war dem Justizministerium bei einem sechswöchigen Prozess aber nicht gelungen, das Gericht zu überzeugen. Am Dienstag hatte der zuständige Richter Richard Leon die Fusion ohne Auflagen durchgewunken. Für US-Präsident Donald Trump, der mit dem Nachrichtensender CNN auf Kriegsfuß steht, war das auch eine persönliche Niederlage - er hatte sich wiederholt öffentlich gegen den Zusammenschluss ausgesprochen und schon im Wahlkampf angekündigt, ihn zu verhindern.

Ein Restrisiko für AT&T bleibt jedoch: Denn die Wettbewerbshüter der Trump-Regierung könnten durchaus auch nach Abschluss der Fusion noch Berufung gegen das Urteil von Richter Leon einlegen. Ein Justizsprecher sagte am Donnerstag auf Nachfrage, dass diese Option auch weiterhin geprüft werde. Etwas bangen muss AT&T-Chef Randall Stephenson also noch, der den Telekommunikationskonzern mit dem Vorstoß in die TV- und Filmwelt im boomenden Streamingmarkt positionieren und unabhängiger vom Mobilfunkgeschäft machen will.

AT&T will sich mit der Übernahme besser gegen die Konkurrenz gegen Player wie Netflix und Amazon aufstellen, die Inhalte und die technische Verbreitung aus einer Hand anbieten und bislang nicht unter die Regulierungsvorschriften fallen, denen AT&T unterliegt.

AT&T-Mitteilung

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