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RWE-Konzernchef Jürgen Großmann

Atomausstieg: Gewinneinbruch bei RWE

Essen - Der Atomausstieg und schlechtere Gasgeschäfte haben zu einem Gewinneinbruch bei Deutschlands zweitgrößtem Energiekonzern RWE geführt. Es gibt aber auch drei weitere Erklärungen.

Im ersten Halbjahr 2011 brach der um Sondereffekte bereinigte Konzerngewinn um fast 40 Prozent auf knapp 1,7 Milliarden Euro ein, wie RWE am Dienstag in Essen mitteilte. Schon am Montag hatte der Konzern mit Verweis auf den Atomausstieg eine Gewinnwarnung für 2011 abgegeben. Auch ungünstige Gaslieferverträge, niedrigere Stromerlöse und ein schwaches Handelsergebnis führten zu Ertragseinbußen.

Die Atomkraftwerke in Deutschland und Europa

Die Atomkraftwerke in Deutschland und Europa

Der Energieriese bezifferte die Belastungen durch den deutschen Atomausstieg im ersten Halbjahr auf etwa 900 Millionen Euro. Dazu gehöre die Brennelementesteuer. Die RWE-Kernkraftwerke Biblis A und B sind bereits abgeschaltet: RWE muss dafür nach eigenen Angaben nun Strom aus anderen Kraftwerken hinzukaufen. Auch Rückstellungen für den Rückbau der Anlagen schlagen in der Halbjahresbilanz zu Buche.

Der Halbjahresumsatz stagnierte bei rund 27,5 Milliarden Euro. RWE setzte fast genauso viel Strom wie im ersten Halbjahr 2010 ab. Bei Gas ging der Absatz aber um fast ein Fünftel zurück. Als Gründe nannte RWE mildes Wetter und Kundenverluste an die Konkurrenz.

RWE hatte am Vortag den Niederländer Peter Terium zum neuen Vorstandschef ab Mitte des kommenden Jahres berufen. Im nächsten Monat rückt der international erfahrene RWE-Manager zunächst zum Stellvertreter von Konzernchef Jürgen Großmann auf. Der Konzern kündigte zudem eine Kapitalerhöhung, eine Ausweitung des Verkaufsprogramms, Investitionskürzungen und mehr Einsparungen

Der Energieriese erwartet 2011 einen noch größeren Gewinnrückgang als im Februar vorhergesagt, wie er am Montag ebenfalls bekanntgab. Der um Sondereinflüsse bereinigte Konzerngewinn werde gegenüber 2010 um etwa 35 Prozent statt 30 Prozent zurückgehen.

dpa

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