+
Ein als Eon-Manager verkleideter Mann protestiert am Donnerstag (05.05.2011) im Vorfeld der Eon-Hauptversammlung in Essen neben einem Stapel Braunkohle-Briketts gegen Kohlekraftwerke.

"Atomausstieg sofort": Proteste bei Eon-Hauptversammlung

Essen - Erst RWE, jetzt Eon: Wieder haben Atomkraftgegner die Hauptversammlung eines deutschen Energiekonzerns als Protest-Plattform genutzt. Diesmal blieb es bei Protest,  ohne Tumult.

Anders als vor zwei Wochen bei RWE blieben bei dem Eon-Aktionärstreffen Tumulte aber aus.

Trillerpfeifen, Transparente und ein Kraftwerk aus Pappe: Mit lautstarken Protesten haben rund 50 Atomkraftgegner und Umweltschützer am Donnerstag die Hauptversammlung des größten deutschen Kernkraftbetreibers Eon gestört. Die Aktivisten versammelten sich vor dem Eingang der Essener Grugahalle und empfingen Aktionäre mit Pappnasen, Luftschlangen, Pfiffen und “Abschalten!“-Bannern. Konzernchef Johannes Teyssen forderten die Demonstranten zum sofortigen Ausstieg aus der Kernenergie und zu massiven Investitionen in erneuerbare Energien auf. “Stoppt das dreckige Atomgeschäft“ oder “Herr Teyssen, übernehmen Sie Verantwortung“, war auf Plakaten zu lesen. Statt lautstarker Zwischenrufe hielten die Kernkraftgegner eher verhalten ihre Banner in die Höhe. Zwei Attac-Aktivisten kletterten auf Bäume, um ihre Botschaft “Atomausstieg sofort“ sichtbar zu machen. Die Polizei ließ sie gewähren.

Sitzblockaden und tumultartige Rangeleien, wie es sie vor rund zwei Wochen bei der Hauptversammlung des Branchenzweiten RWE gegeben hatte, blieben diesmal aus. Die Polizisten hatten vorsorglich einen Schutz-Korridor für die rund 4000 Aktionäre gebildet. Das Treffen konnte mit geringfügiger Verspätung beginnen.

“Herr Teyssen, was haben Sie aus Fukushima gelernt? Können Sie eine Katastrophe wie in Fukushima in Deutschland ausschließen?“, fragte ein Vertreter von Greepeace während der Versammlung. Auch viele Aktionäre standen der Atomkraft kritisch gegenüber. “Ich bin für einen Umstieg auf erneuerbare Energien. Das wäre besser für meine Enkel und Urenkel“, sagte Bernd Lohbeck. Der Kleinaktionär aus Düsseldorf unterstützte die Demonstranten. “Die können ruhig ihre Meinung äußern, wenn es friedlich geschieht. Wir leben ja schließlich in einer Demokratie“, sagte der Rentner.

Auch Peter Kroemer aus Lünen hoffte, auf der Hauptversammlung von einen Kurswechsel bei Eon zu erfahren. “Ich will wissen, ob die was gelernt haben und was für Konsequenzen wir daraus ziehen können.“ Gemeinsam mit seiner Ehefrau Karin ist der Kleinaktionär nach Essen gereist - wenn Eon so weitermache wie bisher, vielleicht zum letzten Mal, drohte Kroemer. Im Zweifelsfall sei er nämlich bereit, seine Aktien zu verkaufen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Aufbau von Air-Berlin-Transfergesellschaft zieht sich hin
Noch sind die Millionen nicht zusammen, die Tausenden Air-Berlin-Mitarbeitern etwas Luft verschaffen könnten bei der Jobsuche. Die Sorge hat der Vorstandschef persönlich …
Aufbau von Air-Berlin-Transfergesellschaft zieht sich hin
Wall Street treibt Dax und MDax auf Rekordhoch
Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt sind zur Wochenmitte wieder in Rekordlaune gewesen. Sowohl der Leitindex Dax als auch der MDax erreichten am …
Wall Street treibt Dax und MDax auf Rekordhoch
Soros überträgt 18 Milliarden Dollar an seine Stiftung
Der US-Milliardär George Soros spendet regelmäßig immense Summen für wohltätige Zwecke. Nun soll der Hedgefonds-Guru den Riesenbetrag von 18 Milliarden Dollar gestiftet …
Soros überträgt 18 Milliarden Dollar an seine Stiftung
Markenstreit: BGH gibt Ritter Sport und Dextro Energy Recht
Ritter Sport und Dextro Energy haben in einem Markenrechtsstreit vor dem Bundesgerichtshof (BGH) einen Sieg errungen.
Markenstreit: BGH gibt Ritter Sport und Dextro Energy Recht

Kommentare