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Nach jahrelangem Umsatzrückgang schlug die angeschlagene Autowerkstattkette ATU einen harten Sanierungskurs ein.

Neuer Investor in Sicht

ATU-Gläubiger verzichten - frisches Kapital

Weiden - Die angeschlagene Autowerkstattkette ATU will mit einem Schuldenabbau und einem neuen Investor wieder durchstarten. Gläubiger verzichten auf einen Großteil ihrer Forderungen und sorgen für frisches Kapital.

Die finanziell angeschlagene Autowerkstattkette ATU baut den Großteil ihrer Schulden in Höhe von 765 Millionen Euro ab. Die Anleihegläubiger verzichten auf Forderungen in Höhe von mehr als 600 Millionen Euro und erhalten dafür neue Stammanteile an ATU, wie das nicht börsennotierte Unternehmen am Donnerstag in Weiden mitteilte. Demnach zieht sich der bisherige Eigentümer, der US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR), zurück und hält nur noch eine Minderheit der Anteile. Neuer Eigentümer soll der größte Anleihegläubiger des Unternehmens, die Investment-Gesellschaft Centerbridge, werden.

Eine entsprechende rechtsverbindliche Vereinbarung hätten die Gesellschaftern und mehr als 80 Prozent der vorrangigen Anleihegläubiger unterzeichnet, betonte ein Unternehmenssprecher. Zudem wird ATU mit frischem Kapital in Höhe von etwa 100 Millionen Euro ausgestattet. Der US-Investor HayFin Capital Management gibt ATU darüber hinaus einen Kredit über 75 Millionen Euro, der 2018 fällig wird.

"Durch die neuen Investitionen wird unsere finanzielle Ausstattung deutlich verbessert und das Wachstum von ATU unterstützt", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Hans-Norbert Topp. Im Januar werde mit einem Abschluss der Restrukturierung gerechnet.

ATU schlug nach jahrelangem Umsatzrückgang einen harten Sanierungskurs ein und strich rund 2000 Arbeitsplätze. Im Geschäftsjahr 2012/2013 war der Umsatz um sieben Prozent auf 1,16 Milliarden Euro gesunken. ATU ist in Deutschland Marktführer. In 650 Filialen in Deutschland, Österreich, Tschechien, den Niederlanden, Italien und der Schweiz sind derzeit 12 000 Mitarbeiter beschäftigt.

dpa

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