AUB-Chef in Untersuchungshaft

- München - Der Chef der arbeitgeberfreundlichen Betriebsräte-Organisation AUB, Wilhelm Schelsky, sitzt in Untersuchungshaft. Wie die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth mitteilte, ist am Mittwoch ein Haftbefehl gegen einen Unternehmer aus Oberfranken vollzogen worden. Dem Mann würden Steuerstraftaten zur Last gelegt. Wie diese Zeitung erfuhr, handelt es sich dabei um Schelsky. Hintergrund sind Zahlungen in Höhe von gut 14 Millionen Euro, die Schelsky, der auch als Unternehmensberater für Siemens tätig war, von dem Konzern erhalten hat (wir berichteten).

Schelsky erbrachte über verschiedene Firmen unter anderem Beratungsleistungen, Mitarbeiterschulungen und Trainingsmaßnahmen für Siemens, wie ein Konzernsprecher bestätigte. Der Vertrag sei jedoch bereits im Jahr 2005 bei einer internen Kontrolle aufgefallen. Der Konzern habe daraufhin von Schelsky eine detaillierte Aufstellung mit Nachweisen über erbrachte Gegenleistungen gefordert. Als dies innerhalb einer gesetzten Frist nicht in gewünschter Form geschehen sei, habe Siemens den Vertrag Ende 2006 fristlos gekündigt.

Die Millionenzahlungen für fragwürdige Gegenleistungen werfen die Frage auf, ob Siemens Schelsky ­ und damit die arbeitgeberfreundliche AUB ­ bewusst unterstützt hat. Dem widersprach der neue Anti-Korruptions-Beauftragte von Siemens, Daniel Noa: "Wir weisen ganz klar von uns, dass wir die Betriebsratsarbeit unzulässig beeinflusst haben."

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