Auch Autobanken prüfen Nutzung des Rettungspakets

Hamburg/München - Offenbar wollen auch die Banken der Autokonzerne das staatliche Rettungspaket in Anspruch nehmen. BMW, Daimler und der VW-Konzern hätten sich laut Medienberichten darüber verständigt, staatliche Garantien in Höhe mehrerer Milliarden Euro zu beantragen.

Sie wollten allerdings keine Eigenkapitalhilfe. Hintergrund der Überlegungen sind vor allem mögliche Wettbewerbsverzerrungen.

Ein BMW-Sprecher bestätigte der dpa am Samstag in München, dass der Konzern für seine Finanzdienstleistungssparte BMW Financial Services Möglichkeiten der Unterstützung prüfe. Dabei gehe es um eine mögliche Staatsgarantie für eine Anleihe, mit der die Sparte frisches Kapital erhalten soll.

Zu BMW Financial Services gehört auch die BMW Bank, die aber keinerlei Probleme habe. "Die BMW Bank ist kerngesund", betonte der Sprecher. Opel wird nach Angaben eines Sprechers das staatliche Rettungspaket in Deutschland nicht in Anspruch nehmen, da alle Finanzierungen über den Mutterkonzern GM und die GMAC-Bank in den USA abgewickelt würden. Weitere Hersteller waren zunächst nicht zu erreichen.

Die Autobauer lassen seit Jahren einen immer größeren Teil ihres Absatzes durch die eigenen Banken über Kredite oder Leasingverträge finanzieren. Die Institute müssen ihren Finanzbedarf auch auf den internationalen Kapitalmärkten decken. Doch dies ist gegenwärtig nur zu sehr viel höheren Kosten möglich. Mit einer staatlichen Absicherung würde die Bonität der Autobanken steigen, die sich das Geld dann billiger besorgen könnten.

VW sehe derzeit zwar noch keinen akuten Bedarf. Doch die Wolfsburger fürchten laut "Spiegel" Nachteile auf den Kapitalmärkten, wenn ihre Konkurrenten mit staatlichen Kreditgarantien arbeiten können, und seien deshalb ebenfalls an der Staatshilfe interessiert.

dpa

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