Auch Benzin wieder auf Rekordniveau

- Für die Autofahrer in Deutschland wird 2006 an den Zapfsäulen das bisher teuerste Jahr. Der Preis für einen Liter Superbenzin, der in den ersten drei Monaten des Jahres noch bei 1,26 bis 1,27 Euro lag, hat seitdem von Monat zu Monat zugelegt und setzt sich in der Größenordnung von 1,40 Euro fest.

Auch für Dieselfahrer ist die Zeit, als sie für weniger als einen Euro je Liter ihren Tank füllen konnten, seit eineinhalb Jahren vorbei. Sie müssen jetzt im Durchschnitt 1,16 Euro bezahlen.

Die Benzinpreise erreichen damit zwar nicht die Rekordstände vom September des vergangenen Jahres, als nach dem Hurrikan "Katrina" für kurze Zeit ein bedeutender Teil der US-amerikanischen Förder- und Raffineriekapazität ausfiel und es zu Versorgungsproblemen kam. Doch handelte es sich dabei um eine kurzfristige Preisspitze, die sich schnell wieder zurückbildete. In diesem Jahr ist es anders: Der Benzinpreis ist dauerhaft gestiegen. "Es hat keine Phasen der Entspannung gegeben und es ist auch keine Entspannung an den Märkten in Sicht", sagt Detlef Brandenburg vom deutschen Marktführer Aral.

Die Belastung für den Autofahrer hängt von der individuellen Fahrleistung und dem Verbrauch des genutzten Autos ab. Ein Durchschnittsfahrer mit einem jährlichen Verbrauch von gut 1000 Litern dürfte in diesem Jahr fast 200 Euro mehr für Benzin ausgeben, wenn sich der Preis bis zum Jahresende ungefähr auf dem gegenwärtigen Niveau hält. Dieses Geld fließt teils in die Taschen der Ölkonzerne, teils in die Förderländer und an den Fiskus. Es fehlt in den Kassen der Einzelhändler, Dienstleister und Konsumgüterhersteller.

Die hohen Benzinpreise sind im Wesentlichen auf die anhaltend nervösen internationalen Märkte zurückzuführen, an denen auch Spekulanten für Preisaufschläge sorgen. Der nächste Preisschub für die Autofahrer ist in Sichtweite: Durch die höhere Mehrwertsteuer und neue Regeln für die Beimischung von Biokraftstoffen werden Benzin und Diesel zum Jahreswechsel nochmals um fünf bis sechs Cent je Liter teurer.

Die Autofahrer reagieren, indem sie weniger Benzin in Deutschland kaufen. So ging der Absatz von Benzin allein im ersten Halbjahr um 6,8 Prozent zurück; auch der Dieselverkauf war um 0,7 Prozent rückläufig. Viele tanken im preisgünstigeren Ausland, fahren kleinere Autos oder lassen den Wagen öfter mal stehen.

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