Auch der beste Jogging-Schuh ist nicht für jeden der richtige

- Schon wieder ist ein Kilo mehr auf den Rippen, und nach langen Arbeitstagen fühlt sich der ganze Körper verspannt an. Regelmäßiges Joggen kann da als Ausgleich nicht schaden - und im Verein mit vernünftiger Nahrungsaufnahme zudem die über den Winter vernachlässigte Figur wieder herstellen.

Also auf zum Sporthändler, um neue Laufschuhe zu kaufen. Wer sich dabei an Modelle von Markenherstellern hält, nimmt in der Regel auch Qualität mit nach Hause, sagen Experten. Doch selbst der vermeintlich beste Schuh ist nicht für jeden Läufer der richtige - und er hält auch nicht ewig.

Der richtige Laden

Für Anfänger beginnt die Suche nach den passenden Tretern mit der Suche nach dem richtigen Laden. "Die Vielfalt an Laufschuhen ist unermesslich. Wer davon übermannt ist, sollte dahin gehen, wo er eingehend beraten wird", sagt Uli Becker-Wiedemann vom Magazin "Running". Idealerweise steht im Laden nicht nur ein Laufband zum Ausprobieren. Der Kunde wird vom Verkäufer auch "gelöchert": "Wie lange laufen Sie schon?" und "Auf welchem Untergrund wollen Sie vorwiegend laufen?" sind Fragen, die ein guter Verkäufer stellen sollte.

Innen- oder Außenkante

Unter Umständen bittet der Berater auch darum, sich die Schuhe an den Füßen des Kunden einmal anschauen zu dürfen. "Sind das häufig getragene Schuhe, kann er daran erkennen, ob der Kunde eher auf der Innen- oder der Außenkante läuft oder ob er ein Normalläufer ist", erklärt Dagmar Saurbier. Sie hat für die Stiftung Warentest Laufschuhe unter die Lupe genommen. Wer auf der Außenkante geht oder läuft, zählt zum Beispiel zu den so genannten Supinierern. "Die Mehrzahl läuft aber eher auf der Innenkante. Das nennt sich dann Pronation - oder, auf gut Deutsch, Senkfuß", erläutert Saurbier. "Bis zu einem gewissen Winkel der Fußneigung ist das in Ordnung", sagt Tom Czizegg vom Hersteller Reebok mit Deutschlandsitz in Oberhaching. Oft liege aber eine "Überpronation" vor. Dann sei es wichtig, einen Laufschuh mit spezieller Stütze zu kaufen, um die Füße zu entlasten. "Schließlich haben Sie bei jedem Schritt das Dreifache des Körpergewichts auf den Gelenken."

Die Kosten

Laut Uli Becker-Wiedemann kosten Laufschuhe derzeit im Schnitt etwa 110 Euro. "Dafür kriegen Sie von Markenherstellern auch einen guten Schuh." Wer keinen allzu großen Wert auf aktuelles Design legt, kann Saurbier zufolge auch nach einem Modell aus der vergangenen Saison suchen. "Da sind Sie mit etwa 70 Euro dabei." Gut angelegt sind auch rund 10 Euro für ein Paar Laufsocken. "Mitunter bringen falsche Socken die Probleme, indem sie an den Zehen scheuern."

Nichts fürs Leben

Vor allem weil die Wirkung des Dämpfungsmaterials mit der Zeit nachlässt, sind auch die hochwertigsten Schuhe keine Anschaffung fürs Leben. Irgendwann sind insbesondere die Knie nicht mehr ausreichend vor der Belastung durch das Joggen geschützt. "Man sagt, dass Laufschuhe heute etwa 1200 Kilometer durchhalten", sagt Becker-Wiedemann. Das Problem: Dem Schuh ist in der Regel nicht anzusehen, ob er "hinüber" ist oder nicht. Deshalb ist es zumindest für regelmäßige Läufer empfehlenswert, ein "Trainingstagebuch" zu führen, sagt Becker-Wiedemann. Mit seiner Hilfe lässt sich die Abnutzung der Schuhe nachvollziehen. "Viele haben aber auch zwei Paar." Das hat den Vorteil, dass die Dämpfung sich nach jedem Lauf länger "erholen" kann und dass die Schuhe vollständig austrocknen können - beides verlängert ihre Lebensdauer ein wenig.

Auch Schuhtesterin Dagmar Saurbier rät Joggern, die pro Woche mehr als zweimal unterwegs sind, zu einem Austauschpaar. Weniger Fleißige könnten sich auch zwei Paar Einlegesohlen für ihr Paar Schuhe zulegen. Nach jedem Lauf sollten die Sohlen aber herausgenommen und der Schuh weit geöffnet werden.

Die Reinigung

Wer mit allzu verdreckten Tretern nach Hause kommt, bürstet sie nach Worten Becker-Wiedemanns ab oder spült sie mit lauwarmem Wasser. "In die Waschmaschine würde ich sie nicht stecken. Es kann sein, dass dabei Verleimungen oder Verschweißungen aufgehen oder das Material spröde wird." Und wer wegen kaputter Schuhe nicht trainieren kann, der fühlt sich unter Umständen schnell wieder verspannt - oder er bringt mehr Kilo als gewollt auf die Waage.

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