Auch billige Produkte sind gut

München - Sonnenschutz ist in der kommenden Badesaison unverzichtbar - aber auch gar nicht so teuer. Hier neun verbreitete Mittel im Vergleichstest.

Die Menge von rund drei Esslöffeln muss sein, damit der ganze Körper vor Sonne geschützt ist. Hier sollte man bei Sonnencreme großzügig sein. Wird weniger aufgetragen verringert sich die Zeit, die man in der Sonne verbringen sollte. Sparen dagegen kann man beim Einkaufen. Viel Geld ist keineswegs die Voraussetzung für optimalen Schutz. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von "Test" von neun Mitteln mit einem Lichtschutzfaktor zwischen 15 und 20.

So können Sonnenhungrige sich den cremigen Strahlenfilter auf der Haut 13,80 Euro je 100 Milliliter kosten lassen. Für so viel Geld bekommt man beispielsweise eine Tube Dr. Hauschka Sonnencreme. Guten Schutz hat man sich damit aber nicht erkauft. Die Creme patzt nämlich bei dem, was sie unbedingt können sollte: bei der Abschirmung der Haut. Zwar sind die Anwender gut gegen UVB-Strahlen geschützt. Der ebenfalls notwendige Schutz gegen UVA allerdings ist beim teuersten Produkt im Test unzureichend. Also gab's nur ein Mangelhaft beim UVA/UVB-Verhältnis.

Das schwache Abschneiden hat einen Grund: Als einzigen Lichtschutzfilter verwendet das Mittel Titandioxid. Der vor allem in der Naturkosmetik eingesetzte organische Filter wirkt bei UVB-Strahlen sehr gut, bei UVA-Strahlen dagegen nur schwach. So ist es kein Wunder, dass auch ein anderes teures Mittel im Test, das ebenfalls ausschließlich Titandioxid verwendet, schlecht abscheidet: Der "Lavera Naturkosmetik Sun Sensitiv Family Sun Spray" für 15 Euro (bei 200 ml Inhalt) kam gerade auf die Note 3,6. Weil Dr. Hauschka auch in der Disziplin Feuchtigkeitsspeicherung und Kälte-Wärme-Beständigkeit nicht über ein Ausreichend hinauskommt, gab's nur die Note 4,1. Man kann aber vor dem Sonnenbad auch zum Discounter gehen und muss dabei nicht tief in die Tasche greifen. Die "Cien Sun Sonnenmilch Classic" kostet bei Lidl gerade drei Euro. Dafür bekommt man 250 Milliliter Creme und einen wirksamen Schutz (Note 2,0). Gute Noten gab es auch für die Produkte von Aldi Süd, dm und Penny: Dessen "Sun Dream Feuchtigkeits-Sonnenmilch" bekam als einzige im Test ausnahmslos gute bis sehr gute Noten und als Testsieger die Gesamtote 1,8 noch vor dem besten Markenprodukt L'Oréal "Solar Expertise Sonnenmilch". Bei der Versorgung mit zusätzlicher Feuchtigkeit schnitten nur Penny/Sun Dream und L'Oréal sehr gut ab.

Endlos in die Sonne darf man trotz Schutzmitteln natürlich nicht. Der Lichtschutzfaktor gibt nur grob das Vielfache der Zeit wieder, die man gegenüber ungeschützter Haut ohne schädliche Folgen in die Sonne gehen darf. Doch dieser im Labor ermittelte Wert kann stark schwanken. Hautärzte raten deshalb dazu, bereits nach zwei Dritteln der theoretisch errechneten Zeit Schatten zu suchen.

Aus einem anderen Grund sollte man darauf verzichten, gleich nach dem Eincremen, die Haut wieder mit Kleidung zu bedecken. Filtersubstanzen können Textilien hartnäckig gelb verfärben. Also: Nicht gleich nach dem Cremen etwas überziehen.

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