Wie auch die Erben profitieren

Altersvorsorge: - Während sich Geldanlagen wie Sparguthaben oder Aktien problemlos vererben lassen, ist das bei Altersvorsorgeverträgen nicht immer der Fall. Bei Riester-, Rürup- oder Betriebsrenten können die eingezahlten Beiträge im Todesfall verloren gehen. Die Stiftung Warentest zeigt, wie Versicherte das verhindern können.

Riester-Rente

Bei Riester-Verträgen müssen Vorsorgesparer zunächst unterscheiden, ob die Einzahlphase noch läuft oder ob schon die Auszahlphase begonnen hat. Darauf weisen die Warentester in ihrer Zeitschrift "Finanztest" (Juni 2007) hin.

In der Ansparphase kann das Spargeld bei Fonds- und Banksparplänen auf Riesterbasis den Angaben zufolge immer vererbt werden, ohne dass eine Extra-Gebühr erhoben wird. Auch bei einer Rentenversicherung könne das eingezahlte Geld im Todesfall an die Nachkommen fließen. Dazu muss der Versicherte allerdings einen Zusatzschutz bei Tod vereinbaren, der aber ohnehin üblich ist, wie die Verbraucherschützer schreiben. Seltener gelte eine Beitragsrückgewähr, die den Nachkommen das eingezahlte Kapital garantiert, nicht aber Zinserträge.

Über die teils stattlichen Zulagen und Steuervorteile dürfen sich die Erben von Riester-Vermögen allerdings nicht freuen. "Nur der Ehepartner, mit dem der Sparer bis zum Tod verheiratet war und zusammenlebte, kann das gesamte Riester-Gesparte erben", heißt es in der Zeitschrift. Dies klappe dann, wenn er dieses Geld auf einen eigenen Riester-Vertrag übertragen lässt, auch wenn er den erst noch abschließen muss.

Auch in der Auszahlphase kann nach dem Tod des Riester-Sparers noch etwas für die Erben bleiben: "Floss schon eine lebenslange Rente aus einer Versicherung, stoppt der Anbieter die Überweisungen nach dem Tod des Sparers", berichtet die Stiftung. "Wenn noch eine Rentengarantie besteht, bis zu deren Ablauf die Rente mindestens gezahlt wird, überweist der Versicherte den Betrag so lange weiter."

Hat der verstorbene Riester-Sparer einen Auszahlplan gewählt, was vor allem bei Bank- oder Fondssparplänen infrage kommt, können die Nachkommen meist auch noch profitieren. Denn gerade, wenn der Versicherte kurz nach Rentenbeginn aus dem Leben geschieden ist, ist meisten noch viel Kapital vorhanden.

Egal ob aus einem Auszahlplan oder einer Rentengarantiezeit geerbt wird: die staatlichen Fördergelder muss der begünstigte Nachkomme zurückgeben. "Nur Ehepartner profitieren abzugsfrei, wenn sie das Restkapital vom verstorbenen Partner für einen eigenen Riester-Vertrag verwenden."

Rürup-Rente

Die Rürup-Rente ist neben der Riester-Rente die zweite staatlich geförderte private Altersvorassorge, die bislang aber nur von Lebensversicherungen angeboten wird. Hier kann überhaupt nichts vererbt werden. Wenn der Versicherte stirbt, fällt das eingezahlte Guthaben an die Versichertengemeinschaft. Nach Angaben der Verbraucherschützer darf der Kunde aber eine Hinterbliebenenvorsorge für Ehepartner oder Kinder abschließen. Über die Kosten sollten sich Interessierte vorab aufklären lassen.

Betriebliche Altersvorsorge

Auch Betriebsrentner und Arbeitnehmer mit Anspruch auf Betriebsrente können mit ihrer Vorsorge nur Ehepartner und Kinder als Hinterbliebene absichern. Gestaltungsmöglichkeiten hierfür gebe es bei Betriebsrenten über Pensionskassen, Versicherer oder Pensionsfonds, so die Warentester. Entweder sei ein Schutz in den Versorgungsvertrag integriert, der gewährleistet, dass die Beiträge bei Tod des Versicherten nicht völlig verloren sind. Oder der Kunde könne eine Zusatzversorgung abschließen und so die Höhe der Hinterbliebenenrente bestimmen.

Versicherungssparen

Bei einer privaten Rentenversicherung gilt für die Ansparphase meist eine Beitragsrückgewähr bei Tod. Selten soll das angesparte Kapital an die Hinterbliebenen ausgezahlt werden. Profitieren dürfen alle Erben. Ab Rentenbeginn rettet eine Garantiezeit Kapital nach dem Tod. Über eine Partnerversicherung können Kunden auch vereinbaren, dass die Rente bis zum Tod des länger Lebenden gezahlt wird.

Tipps

Todesfallschutz: Als effizienteste Form, seine Familie abzusichern, gilt unter Verbraucherschützern die Risikolebensversicherung. Für einen oft günstigen Beitrag können Hauptverdiener so sicherstellen, dass Partner und Kinder nach dem eigenen Ableben einen ausreichenden Geldbetrag erhalten.

Ansparphase: Bei länger laufenden Altersvorsorgeverträgen raten die Experten der Stiftung Warentest dazu, eine Beitragsrückgewähr oder die Rückzahlung des angesparten Kapitals zu vereinbaren. Dies sei günstig möglich.

Auszahlungsphase: "In der Ehe ist es wichtig, dass beide Partner nach dem Tod des anderen mit den verbleibenden Einkünften auskommen können", raten die Warentester. Verheiratete sollten deswegen die Erbfolgeregelungen ihrer Verträge prüfen, damit sie wissen, was für den Partner bleibt.

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