Auch Ex-Infineon-Chef Schumacher war korrupt

- München - Spektakuläre Wende im Infineon-Korruptionsprozess: Der angeklagte Sponsoring-Vermittler Udo Schneider hat nach eigener Aussage auch dem früheren Konzern-Chef Ulrich Schumacher Bargeld gegeben.

Er habe Schumacher Kosten der privaten Teilnahme an Autorennen mit Barzahlungen erstattet, sagte Schneider am Montag vor dem Münchner Landgericht. Einmal habe es sich zum Beispiel um etwa 25 000 Euro gehandelt.

Bisher stand der frühere Infineon-Vorstand Andreas von Zitzewitz im Mittelpunkt des Skandals. Er hat die Annahme von Schmiergeld gestanden. Gegen Schumacher laufen ebenfalls seit längerem Ermittlungen. Er beteuert, kein Geld angenommen zu haben.

Schneider hatte für Infineon das Motorsport-Sponsoring organisiert. Anfangs habe er für die rennsportbegeisterten Schumacher und Zitzewitz die Kosten für die private Teilnahme an Autorennen direkt übernommen, sagte Schneider. Bezahlt habe er die Kosten aus den Einnahmen aus dem Vertrag mit Infineon.

Als Schumacher und Zitzewitz die Angelegenheit zu heiß geworden sei, hätten die beiden Manager die Ausgaben für Reifen, Teilnahmegebühr und Reparaturen zunächst selbst getragen. Er habe ihnen dann später das Geld jeweils bei Treffen in einem Briefumschlag zugesteckt. "Die wussten, dass das nicht rechtens ist, was ich da mache." Schumacher habe sich immer wieder erkundigt, wie er die Ausgaben verbuche.

Angesichts der umfassenden Aussage stellte Richter Wolf-Stefan Wiegand dem angeklagten Sponsoring-Vermittler eine Gefängnisstrafe von etwa einem Jahr in Aussicht. Dies würde am unteren Ende des möglichen Strafrahmens liegen.

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