+
Hintereingang: Nach der Rettung der von der Schließung bedrohten Karstadt-Filiale in Mönchengladbach sucht auch Recklinghausen das Gespräch mit der Warenhauskette. Foto: Bernd Thissen

Auch Recklinghausen kämpft um Karstadt-Filiale

Nach der Rettung der Mönchengladbacher Filiale will auch Recklinghausen "alle Optionen prüfen". Andere betroffene Kommunen haben das Kapitel Karstadt dagegen für sich abgeschlossen.

Recklinghausen (dpa) - Die Rettung der Karstadt-Filiale in Mönchengladbach sorgt bei den anderen von Warenhausschließungen bedrohten Städten für unterschiedliche Reaktionen.

Recklinghausen sucht nun auch das Gespräch mit der Warenhauskette, andere Kommunen haben das Kapitel Karstadt dagegen für sich weitgehend abgeschlossen.

Hoffnung auf einen Erhalt der eigenen Karstadt-Filialen macht sich nach wie vor die Stadt Recklinghausen. "Wir wollen alle Optionen prüfen", sagte eine Sprecherin am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Recklinghausen habe schon im vergangenen Jahr über den Kauf von Teilflächen mit Karstadt verhandelt. Damals seien die Gespräche ohne Ergebnis geblieben, weil dann das gesamte Haus geschlossen werden sollte.

Die Sprecherin dämpfte allerdings die Erwartungen, weil es sich um eine große Immobilie handele und die finanziellen Möglichkeiten der Stadt begrenzt seien. Der WDR hatte darüber berichtet, dass Recklinghausen mit Karstadt verhandeln wolle.

In Bottrop soll dagegen das bisherige Karstadt-Haus nach der Schließung der Filiale vom neuen Eigentümer mit Millionenaufwand in ein Einkaufszentrum umgebaut werden. Rund 70 Prozent der Fläche der Karstadt-Immobilie seien bereits wieder vermietet, berichtete die Stadt kürzlich unter Berufung auf den Eigentümer.

In dem Einkaufszentrum sollen rund 80 Arbeitsplätze neu entstehen, etwa so viele, wie durch den Rückzug von Karstadt verloren gehen. "Wir sind ganz froh über diese Lösung", sagte ein Sprecher der Stadt.

In Dessau ist noch offen, was aus der Karstadt-Immobilie werden soll. Eine Lösung wie in Mönchengladbach komme aber "auch aus Haushaltsgründen" nicht infrage, betonte ein Sprecher der Stadtverwaltung.

Im schleswig-holsteinischen Neumünster will sich die Ratsversammlung nach Angaben eines Sprechers am Dienstagabend erneut mit dem Thema Karstadt befassen. Gespräche mit Karstadt gebe es aktuell aber nicht, hieß es.

Karstadt hatte im Mai angekündigt, im Zuge der Sanierung 2016 die Filialen in Recklinghausen, Bottrop, Mönchengladbach-Rheydt, Dessau und Neumünster aufzugeben. In Mönchengladbach wird die Filiale mit Hilfe der Kommune gerettet. Die Entwicklungsgesellschaft der Stadt Mönchengladbach übernimmt das Karstadt-Haus für einen mittleren Millionenbetrag vom bisherigen Eigentümer Highstreet und baut es um. Dadurch kann ein Teil der bislang von Karstadt genutzten Fläche an andere Händler vermietet werden.

Karstadt-Chef Stephan Fanderl hatte deshalb die Schließungspläne zurückgenommen. Den anderen Standorten machte der Manager allerdings wenig Hoffnung. Dort seien die Rahmenbedingungen erheblich schwieriger.

Ein Sprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebundes betonte, für die Städte sei es natürlich von großem Interesse Händler wie Karstadt vor Ort zu halten. Doch hingen die Hilfsmöglichkeiten der Stadt vom Einzelfall ab. "Es ist wichtig, dass die Städte und Gemeinden vorher eine Risikoeinschätzung vornehmen, damit sie keine unüberschaubaren finanzielle Risiken eingehen", betonte er.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Brüssel prüft Monsanto-Übernahme durch Bayer genauer
Die EU-Kommission will die Risiken des Zusammenschlusses für den Wettbewerb in der Agrarchemie genauer unter die Lupe nehmen. Bayer reagiert darauf gelassen. Der Konzern …
Brüssel prüft Monsanto-Übernahme durch Bayer genauer
Rheintalbahn soll am 7. Oktober wieder freigegeben werden
Alles dauert viel länger als zunächst gedacht. Erst am 7. Oktober sollen wieder Züge auf der europäischen Hauptachse Rheintalbahn fahren. Bis dahin muss das Notkonzept …
Rheintalbahn soll am 7. Oktober wieder freigegeben werden
Merkel will Spiele-Entwickler mit mehr Geld fördern
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei der Eröffnung der Computerspielemesse Gamescom der Branche eine stärkere staatliche Förderung in Aussicht gestellt.
Merkel will Spiele-Entwickler mit mehr Geld fördern
Bei mehr als 60 Euro Gebühren fürs Konto die Notbremse ziehen
Die Experten von Finanztest nahmen 231 Gehalts- und Girokonten von 104 Banken unter die Lupe. Einige Geldinstitute zocken bei den Gebühren so richtig ab. Dann ist die …
Bei mehr als 60 Euro Gebühren fürs Konto die Notbremse ziehen

Kommentare