Auch Strompreise sollen deutlich steigen

- Düsseldorf/Augsburg - Der Energieversorger RWE will seine Strompreise und Netznutzungsentgelte zum Jahreswechsel deutlich erhöhen. Wie ein Konzernsprecher sagte, wird die Vertriebstochter RWE Energy bis zum 30. September bei den zuständigen Aufsichtsbehörden eine Anhebung der Strompreise im mittleren einstelligen Prozentbereich beantragen.

Geplant sei eine Preisanhebung für Haushaltskunden im Bereich von etwa fünf Prozent. Die Erhöhung müsse jedoch noch von den zuständigen Behörden genehmigt werden. Nach RWE prüft nun auch Vattenfall eine Verteuerung. Eon schloss einen solchen Schritt nicht aus.

Für die sieben Millionen Haushalte, die RWE im Inland versorgt, bedeutet die Anhebung um rund fünf Prozent monatliche Mehrkosten in Höhe von je drei bis vier Euro. Der RWE-Sprecher begründete die Anhebung mit den steigenden Kosten durch staatliche Auflagen und den gestiegenen Beschaffungskosten.

Höhere Strompreise wird es ab 1. Januar auch bei den Augsburger Lechwerken geben. Sie sollen um sechs bis sieben Prozent steigen. An der Preisschraube wird möglicherweise auch der nordostdeutsche Stromversorger Vattenfall Europe drehen. "Wir prüfen ernsthaft, ob wir die Preise erhöhen müssen", sagte ein Konzernsprecher auf Anfrage. Eine Entscheidung soll noch im September fallen. In den vergangenen zwei bis drei Jahren seien die Strompreise von Vattenfall stabil geblieben, sagte der Sprecher.

Nachziehen wird unter Umständen auch der größte deutsche Stromkonzern Eon. "Wenn die Beschaffungskosten weiter ansteigen, können wir eine Preiserhöhung für 2005 nicht ausschließen", sagte ein Sprecher von Eon Energie. Für dieses Jahr sei allerdings nichts geplant. Eon hatte zuletzt wie auch RWE zum 1. Januar 2004 seine Strompreise um fast drei Prozent erhöht.

Auch interessant

Kommentare