Auch der TÜV Süddeutschland will vor allem im Ausland expandieren

- München - Nach der geplatzten Fusion mit dem TÜV Rheinland will der TÜV Süd nun vor allem im Ausland weiter wachsen. Auch neue Stellen werde es vor allem im Ausland geben, erklärte Peter Hupfer, Vorsitzender des Vorstandes der TÜV Süddeutschland Holding AG, in München. "Pläne für einen Arbeitsplatzabbau in Deutschland gibt es nicht", sagte Hupfer.

<P>Das "Humankapital" sei die wichtigste Ressource des Prüf-Dienstleisters. 75 Prozent der 9682 Mitarbeiter (2003) verfügen über einen Hoch- oder Fachhochschulabschluss. Davon arbeiteten 7997 Menschen im Inland. 250 Mitarbeiter verlassen den TÜV Süd pro Jahr altersbedingt. Eingestellt würde nur noch "moderat". Der TÜV Süd wolle am liebsten seine bewährten Mitarbeiter bis 65 behalten und setzte verstärkt auf Teilzeitarbeit in den letzten Jahren. "30 Jahre Felderfahrung können Sie einem jungen Mitarbeiter nicht in zwei Jahren beibringen", betonte Finanzvorstand Hermann Mund. Der TÜV Süd ist den Angaben zufolge 2003 in die Liste der 100 beliebtesten Arbeitgeber Deutschlands aufgenommen worden. <BR><BR>Das Unternehmen ist der viertgrößte technische Dienstleister der Welt, in Deutschland ist es Marktführer. "Die EU-Erweiterung ist eine große Chance für uns", sagte Hupfer. "Die Kriegskasse ist gut gefüllt", so der TÜV-Süd-Chef. Neue Geschäftsfelder könne er sich zum Beispiel im Gesundheitswesen, der Flughafensicherheit oder der Lebensmittelsicherheit vorstellen. Seines Wissens verfüge der TÜV Süd über die einzige unabhängige Brennstoffzellen-Prüfanlage; alle anderen seien in der Hand der Hersteller. </P><P>Wo genau man im Ausland expandieren wolle, sei aus verhandlungstaktischen Gründen geheim. "Natürlich ist unser Rundumsuchradar immer in Betrieb", so Hupfer. Große Brocken gebe es aber auf dieser Welt nicht mehr zu schlucken. Man suche nach kleinen, feinen Unternehmen. 58 Prozent des Auslandsgeschäfts entfielen auf Europa, 23 Prozent auf Asien, 17 Prozent auf Nordamerika und zwei Prozent auf den Rest der Welt. In China hält der TÜV Süd 51 Prozent an einem Gemeinschaftsunternehmen. Über den TÜV Hanse, an dem die Süddeutschen 90 Prozent halten, erhofft sich Hupfer Ausweitungsmöglichkeiten vor allem Richtung Skandinavien. Seit Jahren hat der TÜV Vertretungen in Osteuropa. "Unsere Repräsentanz in Moskau werden wir in Kürze zu einer Landesgesellschaft ausbauen", sagte Hupfer.<BR><BR>Im vergangenen Jahr hat der TÜV Süd seinen Umsatz um 5,7 Prozent auf 938 Millionen Euro gesteigert. Das Vorsteuerergebnis sank wegen höherer Pensionsrückstellungen von 40,1 auf 31,4 Millionen Euro. Im Inland wurden 81,6 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet. "Bis 2006 wollen wir den Auslandsanteil am Umsatz von heute 18,4 auf 30 Prozent steigern", sagte Hupfer. 29,6 Prozent des bereinigten Ergebnisses wurde im Ausland erwirtschaftet. Die Rendite im Inland betrage 4,5 Prozent, im Ausland sei sie mit 8,3 Prozent fast doppelt so hoch. Für das Geschäftsjahr 2004 erwartet Hupfer eine Fortsetzung des Erfolgskurses. Der ab 2008 freie Wettbewerb werde neue Anbieter nach Deutschland bringen. Dafür sei der TÜV Süd gut gerüstet.<BR><BR></P>

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