+
Der japanische Kleinwagenspezialist Suzuki soll bei Verbrauchstests manipuliert haben.

Schlag für Japans Autoindustrie 

"Unregelmäßigkeiten" bei Abgastests auch bei Suzuki

Tokio - Neben Mitsubishi soll auch der japanische Kleinwagenspezialist Suzuki Motor bei Verbrauchstests manipuliert haben. Der Autobauer spricht dagegen von "Unregelmäßigkeiten". Das Testgelände sei schuld.

Auch der japanische Autobauer Suzuki hat zugegeben, dass es "Unregelmäßigkeiten" bei Abgas- und Verbrauchstests gab. Manipulationen von Abgaswerten wie bei Volkswagen oder Fälschungen von Verbrauchsangaben wie bei Mitsubishi habe es aber nicht gegeben, versicherte Suzuki am Mittwoch. 

Das Verkehrsministerium in Tokio bestellte nach Bekanntwerden des Skandals alle Autohersteller ein. Am Mittwoch reichte Suzuki seine Unterlagen ein. Das Problem sei das Testgelände "auf einem Hügel am Meer, mit Wetterbedingungen - vor allem Wind -, die die Werte beeinflussten. Es sei "schwierig" gewesen, die Autos korrekt zu prüfen, daher seien seit 2010 auch bei Labortests gewonnene Daten "dazugenommen" worden.

Betroffen seien 16 Modelle und insgesamt 2,1 Millionen Fahrzeuge, die aber ausschließlich in Japan verkauft worden seien. Suzuki ist auf Kleinwagen spezialisiert und besonders auch in Indien erfolgreich. Pro Jahr stellt der Autobauer rund drei Millionen Fahrzeuge her. Der 86-jährige Firmenpatriarch Osamu Suzuki entschuldigte sich am Mittwoch für die nicht korrekten Tests.

Der Chef von Mitsubishi, Tetsuro Aikawa, kündigte derweil seinen Rücktritt zum 24. Juni an. Er habe Kunden und Anteilseignern "schwere Probleme" bereitet. Mitsubishi hatte zugeben müssen, seit 25 Jahren in Japan bei der Verbrauchsmessung nicht zugelassene Tests genutzt zu haben. Dadurch wurden die Verbrauchsangaben von hunderttausenden Fahrzeugen in Japan geschönt. Die Bestellungen und der Aktienkurs von Mitsubishi brachen stark ein.

afp

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Ausländer und Hauptschüler finden schwerer Ausbildungsplätze
Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz sind für viele junge Menschen ohne Abitur in Deutschland deutlich schlechter. Besonders schwer haben es laut einer …
Ausländer und Hauptschüler finden schwerer Ausbildungsplätze
Amazon will Ladengeschäfte in Deutschland eröffnen
Immer mehr Leute kaufen online. Läden in den Innenstädten haben es deswegen ziemlich schwer. Nun geht der Online-Reise Amazon einen neuen Weg. Ist es eine Überraschung?
Amazon will Ladengeschäfte in Deutschland eröffnen
Ohne deutschen Pass gibt es kaum Aussichten auf einen Ausbildungsplatz
Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz sind für viele junge Menschen ohne Abitur in Deutschland deutlich schlechter. Wer es aber besonders schwer hat, offenbart eine …
Ohne deutschen Pass gibt es kaum Aussichten auf einen Ausbildungsplatz
Hunderttausende gegen Job-Abbau bei Ratiopharm-Mutter Teva
Der Teva-Konzern aus Israel ist ein global vernetztes Unternehmen - er kontrolliert auch den deutschen Medikamenten-Hersteller Ratiopharm. Die vorgesehenen Jobkürzungen …
Hunderttausende gegen Job-Abbau bei Ratiopharm-Mutter Teva

Kommentare