Auch BMW will Arbeitskosten drücken

- Genf - Im Gegensatz zu Konkurrenten wie Volkswagen und Mercedes will der Autobauer BMW keine Stellen in Deutschland streichen. "Die Arbeitsplätze sind sicher", sagte Personalvorstand Ernst Baumann der dpa auf dem Automobilsalon in Genf.

Allerdings müsse auch BMW die Kosten drücken. "Wenn Wettbewerber die Kosten senken, dann werden wir nachziehen." Daher sei der Konzern in kontinuierlichen Gesprächen mit den Betriebsräten, bei denen übertarifliche Leistungen diskutiert würden. Allerdings werde BMW auch weiterhin in der Branche zu den besser bezahlenden Arbeitgebern gehören. Im Gegenzug würden aber auch überdurchschnittliche Leistungen und die Bereitschaft zu Flexibilität und Mobilität erwartet.

BMW hatte in den vergangenen Jahren massiv Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen - vor allem wegen des neuen Werks in Leipzig. Zwischen 2001 und 2004 baute das Unternehmen 11 000 neue Stellen in Deutschland auf. Inzwischen ist der Arbeitsplatzaufbau aber zum Stillstand gekommen. "Wir werden bei der Anzahl der Mitarbeiter erst einmal nicht mehr wachsen", sagte Baumann. Im vergangenen Jahr seien nur noch freigewordene Stellen neu besetzt worden. Die Zahl der Beschäftigten stagnierte bei gut 105 000, davon arbeiten etwa 80 000 in Deutschland. Mit diesem Personalstamm komme BMW erst einmal aus, sagte Baumann.

Da man den Märkten folge und um Währungsrisiken abzusichern würden zusätzliche Stellen mittelfristig wohl eher in den USA oder Asien entstehen. Dennoch stehe BMW aber zu seinen heimischen Standorten. "Wir sind ein globales Unternehmen und stehen zu unseren bayerischen Wurzeln." Bei einer möglichen Reduzierung der Arbeitskosten ist bei BMW derzeit keine generelle Verlängerung der Arbeitszeit oder Lohnkürzung im Gespräch. Der Konzern setzte in den vergangenen Jahren stark auf innovative Modelle wie zum Beispiel Arbeitszeitkonten und führte schon vor längerer Zeit den Samstag als Regelarbeitstag ein. Daher hat das Unternehmen derzeit viele Probleme nicht, die andere Hersteller plagen. BMW gilt als einer der beliebtesten Arbeitgeber in Deutschland. Die Beschäftigten profitieren unter anderem von hohen Erfolgsbeteiligungen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kartellvorwürfe: Durchsuchungen bei BMW in München
Aufregung um deutsche Autobauer: Einem Medienbericht zufolge durchsuchen Ermittler Räumlichkeiten von BMW. Der Grund: Kartellvorwürfe.
Kartellvorwürfe: Durchsuchungen bei BMW in München
Anleger verlässt der Mut - Dax unter 13 000 Punkten
Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt hat zum Wochenschluss doch noch der Mut verlassen. Ungeachtet neuer Rekorde an den US-Börsen gab der Dax …
Anleger verlässt der Mut - Dax unter 13 000 Punkten
Immer mehr Firmen verlegen ihren Sitz aus Katalonien
Madrid (dpa) - Seit der Zuspitzung der Katalonien-Krise Anfang Oktober haben 1185 Unternehmen ihren rechtlichen Sitz in andere spanische Regionen verlegt. Diese Zahl …
Immer mehr Firmen verlegen ihren Sitz aus Katalonien
Verkauf von Teilen Air Berlins an Easyjet noch offen
Nach der Vereinbarung mit Lufthansa wird die Zeit für den Verkauf der übrigen Air-Berlin-Teile knapp. Mit Easyjet wurde die insolvente Fluggesellschaft bislang nicht …
Verkauf von Teilen Air Berlins an Easyjet noch offen

Kommentare