+
Ein Audi A8 vor der niedersächsischen Staatskanzlei: A8 mit Dieselmotor werden von vielen Spitzenpolitikern als Dienstwagen gefahren. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv

Umwelthilfe prangert A8 an

Audi präsentiert Umsetzungsplan für Dieselrückruf

Immer neue unerfreuliche Nachrichten für Audi: Kaum präsentiert die Ingolstädter VW-Tochter einen Rückrufplan für 12 000 Diesel-Autos, stellt die Umwelthilfe das Unternehmen wegen neuer extrem schlechter Messergebnisse an den Pranger.

Ingolstadt(dpa) - Der Autohersteller Audi hat den vom Bund geforderten Vorschlag für den Rückruf von über 12 000 Diesel-Autos mit erhöhten Abgaswerten vorgelegt. "Wir halten alle Vorgaben des Kraftfahrtbundesamtes ein", sagte ein Sprecher der Ingolstädter VW-Tochter.

Nun muss das Kraftfahrtbundesamt entscheiden, ob es dem Konzept zustimmt. Der Bund hatte Audi aufgefordert, bis 16. Juni einen Umsetzungsplan für den Rückruf vorzulegen. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) machte unterdessen extrem hohe Stickoxid-Messwerte bei einem aktuellen A8-Oberklassediesel publik.

Der Rückruf könnte laut Audi-Sprecher Mitte bis Ende Juli starten, sofern das Kraftfahrtbundesamt zustimmt. "Wir sind in ständigem Dialog", sagte der Sprecher. Bei den betroffenen Autos hatte Audi erhöhte Werte gesundheitsschädlicher Stickoxide (NOx) gemessen und das Kraftfahrtbundesamt informiert.

Laut Unternehmen handelte es sich um einen unbeabsichtigten Fehler der Getriebesoftware, Bundesverkehrminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte Audi dagegen eine illegale Abschaltvorrichtung vorgeworfen. Europaweit geht es um 24 000 Wagen, von denen gut die Hälfte in Deutschland zugelassen ist. Ursprünglich war Audi davon ausgegangen, dass gut 14 000 der betroffenen 24 000 Wagen in Deutschland zugelassen seien, mittlerweile steht fest, dass es sich um 12 050 Fahrzeuge handelt. Das Unternehmen steht laut Sprecher auch mit den Zulassungsbehörden der anderen Staaten in Kontakt.

Die Umwelthilfe warf Audi vor, der A8 sei der "schmutzigste Diesel". Bei einem Diesel-A8 4.2 TDI der Abgasstufe Euro 6 seien bei Straßenfahrten die höchsten Stickoxid-Emissionen aller bisher von der Emissionskontrolle der Umwelthilfe untersuchten Diesel-Pkw gemessen worden - bis zu 1 938 Milligramm pro Kilometer. Grenzwert sind 80 Milligramm.

A8 mit Dieselmotor werden von vielen Spitzenpolitikern als Dienstwagen gefahren. "Audi-Chef Stadler liefert das beste Argument dafür, dass es keine Ausnahme von Diesel-Fahrverboten für Autos der aktuellen Abgasstufe Euro 6 geben darf", kritisierte DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch.

Der Unternehmenssprecher sagte dazu, Audi kenne weder den technischen Zustand des vermessenen Fahrzeugs noch die exakten Messbedingungen. Deswegen sei es schwierig, eine Aussage zu den Ergebnissen treffen. Die Emissionen seien von unterschiedlichen Fahrsituationen und Randbedingungen abhängig. "Audi wird weiter uneingeschränkt mit den Behörden kooperieren."

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Scout24 übernimmt Finanzcheck.de
Frankfurt/Main (dpa) - Der Online-Portalbetreiber Scout24 übernimmt das Finanzportal Finanzcheck.de. Der Kaufpreis beläuft sich auf 285 Millionen Euro, wie der …
Scout24 übernimmt Finanzcheck.de
Münchner Aldi-Mitarbeiterin packt aus: So hart ist die Arbeit an der Kasse
Jeder Einkauf im Discounter endet an der Kasse. Aber wie gut werden die Kassierer eigentlich behandelt? Eine Aldi-Süd-Mitarbeiterin hat nun Auskunft gegeben.
Münchner Aldi-Mitarbeiterin packt aus: So hart ist die Arbeit an der Kasse
Dax legt im späten Handel deutlich zu und schließt im Plus
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Dienstag nach einem lange richtungslosen Verlauf im späten Handel deutlich angezogen. Als Kursstützen sah Analyst Michael Hewson …
Dax legt im späten Handel deutlich zu und schließt im Plus
Paris: USA verweigern Ausnahmen von Iran-Sanktionen für EU-Unternehmen
Nach Angaben aus Paris wird es keine Ausnahmen für deutsche und andere europäische Unternehmen von den US-Sanktionen gegen den Iran geben
Paris: USA verweigern Ausnahmen von Iran-Sanktionen für EU-Unternehmen

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.