Audi Q4 e-Tron virtuelle Weltpremiere am Mittwoch, 14. April
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Am Mittwoch feierte der Audi Q4 e-tron virtuelle Weltpremiere.

Weiß-blaues Duell

Audi Q4 e-tron: Mit diesem Stromer will die VW-Tochter dem bayerischen Erzrivalen BMW einheizen

  • Jonas Raab
    vonJonas Raab
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Audi baut sein Portfolio bei E-Autos zügig aus. Jetzt haben die Ingolstädter den Q4 e-tron vorgestellt. Mit dem SUV-Stromer im Q5-Format nehmen die Ingolstädter vor allem den Nachbarn BMW ins Visier.

Ingolstadt - Einen „elektrifizierenden Meilenstein“ versprach Audis Vorstandschef Markus Duesmann am Mittwochabend. Da präsentierte er gerade den Q4 e-tron der Weltöffentlichkeit im Internet und schickte damit eine klare Kampfansage Richtung München. Der vollelektrische Kompakt-SUV ist ab Juni in zwei verschiedenen Varianten erhältlich – mit steilem Heck oder als Sportback. Die Ingolstädter VW-Tochter fordert damit den iX3 von BMW zum großen Elektro-Duell.

Der Q4 e-tron ist ein bayerischer Erstling: Die Ingolstädter haben ihrem neuen Geländewagen den modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB) des VW-Konzerns spendiert. Diese Architektur kommt unter anderem beim ID.4 von VW und dem Skoda Enyaq IV zum Einsatz. Audi sichert sich damit Größenvorteile und damit geringer Kosten. Bislang war E-Mobilität bei Audi ein sehr teures Vergnügen, die Verkaufszahlen belegen das: Im vergangenen Jahr hat Audi 1,7 Millionen Autos verkauft - darunter 47.000 vollelektrische große SUVs. Mit Preisen ab 42.000 Euro würden die beiden Q4-Modelle jetzt den „Einstieg in die elektrische Welt von Audi“ ermöglichen, versprach Duesmann am Mittwoch. Welche Absatzzahlen er mit den SUVs anpeilt, sagte er nicht.

Q4 e-Tron: Audi legt mit seinem elektrischen Kompakt-SUV vor und setzt BMW unter Druck

Mit einer Länge von rund 4,59 Meter sind Q4 und Q4 Sportback ein gutes Stück kürzer als der Münchner Elektro-SUV BMW iX3 ist seinen 4,73 Metern. Auch in München hat man schon einen kompakteren E-Geländewagen in der Mache: den BMW iX1. Aller Voraussicht wird der aber nicht vor Ende nächsten Jahres erscheinen. Bis dahin bleibt der etwas größere iX3 das einzige BMW-Angebot in der Nähe des Audi Q4 e-tron.

Beim Q4-Marktstart im Sommer stehen drei Antriebsvarianten zur Wahl: zweimal Heckantrieb (125 kW/170 PS oder 150 kW/204 PS) und einmal Allrad (220 kW/299 PS). Der Sprint von Null auf Tempo 100 gelingt damit in 6,2 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 180 km/h begrenzt. Der BWM iX3 dagegen wird nur in einer Variante angeboten: 210 kW beziehungsweise 286 PS. In dieser Liga spielt nur der Allrad-Q4, die beiden neuen Hecktriebler sind deutlich schwächer unterwegs.

Q4 e-tron gegen iX3: Audi fischt mit neuem E-SUV in BMW-Gewässern

Die Gewinnmargen der elektrifizierten Audis sollen in drei Jahren auf das Niveau der Benziner und Dieselautos klettern, erklärte Duesmann: „Konzernweit wird es bis 2029 rund 19 Millionen Fahrzeuge auf dieser technischen Basis geben.“ Mit der Abkehr vom Verbrennungsmotor legt Audi gleichzeitig die bisher prägenden technischen Eckpunkte ab. Alle konventionell angetriebenen Modelle aus Ingolstadt (mit Ausnahme des R8) sind frontlastig, mit dem Q4 e-tron fischt Audi jetzt im BMW-Teich: Nahezu ausgeglichene Gewichtsverteilung, tiefer Schwerpunkt und Heckantrieb.

Bei der Reichweite hat der Audi Q4 e-tron einen Vorteil gegenüber dem BMW iX3 - zumindest, wenn man dafür in die Tasche greift. Während der Münchner SUV mit knapp 74 kWh Netto-Kapazität eine Reichweite von 450 bis 458 Kilometer schafft, kommt das Q4-Basismodell nur auf 341 bis 349 Kilometer. Der etwas stärkere Hecktriebler aus Ingolstadt kommt mit 77 kWh-Akku schon auf 520 Kilometer und das Topmodell schafft aufgrund seines zusätzlichen E-Motors an der Vorderachse etwas weniger: 488 bis 497 Kilometer. Im Juni ist der Q4 e-tron zu haben. Erst ab 41.900 Euro und mit steilem Abschluss. Ein paar Wochen später folgt die rund 2000 Euro teurere Sportback-Variante mit Schrägheck.

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