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Audi: Der Absatz sank im Januar um 28 Prozent.

Audi und BMW schleudern, Opel hilft die Abwrackprämie

München/Ingolstadt - Talfahrt bei BMW: Der Konzern hat im Januar ein Viertel weniger Autos verkauft. Bei Audi sieht es noch dramatischer aus. Reißt die Abrackprämie die Autobauer aus der Krise? Bei Opel funktioniert`s...

BMW: Der Absatz sank um ein Viertel.

Die Finanzkrise beutelt die bayerischen Autobauer: Die Zahl der von BMW verkauften Autos sind im Januar um 24 Prozent von 92.900 auf 70.400 Fahrzeuge gesunken, teilte der Konzern am Freitag in München mit. 2008 hielten sich die Einbußen bei den drei Marken BMW, Mini und Rolls-Royce wegen des guten Jahresauftakts mit einem Minus von 4,3 Prozent auf 1,435 Millionen Fahrzeuge noch in Grenzen. Der Umsatz sank um 5 Prozent auf 53,2 Milliarden Euro. Das Unternehmen hatte vor kurzem für die Monate Februar und März Kurzarbeit an vier deutschen Standorten angekündigt. Dadurch wird die Produktion um 38.000 Fahrzeuge zurückgefahren. Die Zahl der Mitarbeiter lag Ende 2008 nach einem Stellenabbau bei 100.000. Dies waren gut 7000 weniger als im Vorjahr.

Vor allem bei der bislang von Einbrüchen weitgehend verschont gebliebenen Kleinwagenmarke Mini macht sich die Krise bemerkbar. Hier sank der Absatz um gut ein Drittel auf 10.000 Fahrzeuge.

Auch den bislang erfolgsverwöhnten Autobauer Audi hat die Finanzkrise erwischt. Im Januar sei der Absatz im Vergleich zum Vorjahresmonat weltweit um mehr als 28 Prozent auf gut 56.000 Autos gesunken, teilte die VW-Tochter am Freitag in Ingolstadt mit. "Dieses Jahr wird für niemanden einfach", sagte Vertriebsvorstand Peter Schwarzenbauer. Audi setze nun vor allem auf neue Modelle. Allein im ersten Halbjahr 2009 sei der Start von sechs neuen Autos geplant.

Abwrackprämie: Bei Opel brummt der Laden

Gute Nachrichten gibt es indes von Opel: Angesichts des Nachfrageanstiegs durch die Abwrackprämie will der Autobauer seine geplante Kurzarbeit reduzieren. Ursprünglich hatte Opel für das Werk Eisenach im Februar zehn Tage Kurzarbeit eingeplant, für das in Saragossa sechs Tage. Im Stammwerk Rüsselsheim, wo das neue Spitzenmodell Insignia gebaut wird, solle die Produktion sogar ausgeweitet werden. Inzwischen lägen für den Wagen 60 000 Bestellungen vor - es sollen sogar zwei Zusatzschichten eingelegt werden.

"Einen Nachschlag gibt es nicht"

Die Abwrackprämie für Altautos läuft nach Einschätzung von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) besser als erwartet. Die Mittel für die Prämie von 2500 Euro pro Auto würden aber noch nicht knapp, sagte der Politiker am Freitag in Eschborn bei Frankfurt. "Wir sind noch in einer sehr dunkelgrünen Phase."
Glos stellte klar, dass die zu erwartenden Verwaltungskosten von rund 4 Millionen Euro für die Abwicklung der Prämie aus den im Konjunkturpaket II bewilligten 1,5 Milliarden Euro bestritten werden müssen. Damit verringert sich die Zahl der möglichen Auszahlungen von 600.000 um rund 1600. Einen Nachschlag werde es nicht geben. "Das Geld ist eine fixe Summe. Wir können nicht ständig Geld nachschieben."

lby/dpa/ap

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