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Die Mitarbeiter von Audi müssen erstmals seit Jahren Abstriche bei der Erfolgsbeteiligung hinnehmen. Der Gewinn der erfolgsverwöhnten Ingolstädter ging im vergangenen Jahr zurück.

Autoindustrie

Audi setzt im Rennen mit BMW auf Technik

Ingolstadt - Nach einem deutlichen Gewinnrückgang stimmt sich Audi auf weniger üppige Zeiten ein. Zweistellige Umsatzrenditen strebt die VW-Tochter auf absehbare Zeit nicht mehr an.

Ingolstadt – Es ist noch nicht lange her, da maßen sich die bayerischen Autohersteller daran, wer die Zehn-Prozent-Marke bei der Umsatzrendite am deutlichsten übersprang. Elf, besser noch zwölf Cent von jedem eingenommen Euro sollten als Ergebnis übrigbleiben, den Unternehmenswert steigern oder an Aktionäre und Mitarbeiter ausgeschüttet werden. Doch diese Zeiten sind vorbei. Nach BMW verabschiedet sich nun auch Audi von den hochgesteckten Zielen. Für 2013 lag die Marge der Ingolstädter noch einmal bei 10,1 Prozent. Doch für die kommenden Jahre fasst Audi-Finanzvorstand Axel Strotbek nur noch Werte zwischen acht und zehn Prozent. „Das ist langfristig sehr sportlich und ambitioniert“, sagte Strotbek auf der gestrigen Jahrespressekonferenz der erfolgsverwöhnten Volkswagen-Tochter.

Tatsächlich hat ein verschärfter Wettbewerb die neue Bescheidenheit erzwungen. Audi will BMW bis 2020 an der Weltspitze der Premium-Hersteller ablösen. Der Münchner Konzern tut alles, um den Angriff abzuwehren. Und gleichzeitig entwickelt der frühere Klassenprimus Mercedes neuen Ehrgeiz, wieder ganz vorn an der Spitze mitzumischen. Das macht die Sache nicht leichter. Als Sieger kann aber nur vom Platz gehen, wer seinen Kunden am meisten Gegenwert für den immer noch hohen Preis eines Premium-Fahrzeugs bietet. Und dieser Kampf findet an vielen Fronten statt.

Motoren, die aus immer weniger Treibstoff immer mehr Leistung herausholen. Fahrzeuge, die durch neue Werkstoffe nach Jahrzehnten ständiger Gewichtszunahme nun wieder spürbar abspecken. Dann die Elektronik, die für mehr Komfort und Sicherheit sorgen soll und dafür, dass Autos in wenigen Jahren auch ohne Fahrer ihr Ziel erreichen können. Da hat sich bei Audi der Zungenschlag verändert. Dabei rückt die Begeisterung für Technik wieder in den Mittelpunkt. Der von der Konzernzentrale in Wolfsburg nach Ingolstadt zurückgekehrte Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg nutzt die Vorstellung der Bilanz um ausführlich über technische Entwicklungen zu referieren (s. Kasten). So etwas hat es in den vergangenen Jahren, als mit Strotbek und Audi-Chef Rupert Stadler zwei Kaufleute den Ton angaben, nicht gegeben.

Mit insgesamt 60 Modellen und Varianten will Hackenberg bis 2020 die schon heute kaum überschaubare Angebotspalette noch einmal um 20 Prozent ausbauen. Das erfordert hohe Investitionen in die Produktionsstätten, vor allem im Ausland. Denn im laufenden Jahr werden erstmals in der Unternehmensgeschichte mehr Autos im Ausland gebaut als in Deutschland. Die Entwicklung wird sich fortsetzen. 2016 wird das neue Audi-Werk in Mexiko die Arbeit aufnehmen. Bereits 2015 beginnt eine Fertigung in Brasilien. Bei der Beschäftigung in der Heimat hinterlässt das allerdings noch keinerlei Spuren.

Von 6400 neuen Mitarbeitern, die Audi 2013 einstellte, entfielen 3000 auf die deutschen Standorte Ingolstadt und Neckarsulm. Fürs laufende Jahr verspricht Personalvorstand Thomas Sigi 1500 neue Stellen im Inland. Allerdings müssen die erfolgsverwöhnten Audi-Mitarbeiter erstmals seit Jahren Einbußen hinnehmen. Die Mitarbeiter-Beteiligung sinkt. Obwohl der Autobauer seinen Umsatz um 2,3 Prozent auf 49,9 Milliarden auf einen neuen Rekordwert steigern konnte, sank das operative Ergebnis um 6,2 Prozent auf 5,0 Milliarden Euro. Davon werden zehn Prozent an die Mitarbeiter ausgeschüttet. Da deren Zahl wuchs, bleiben für jeden Audianer im Durchschnitt 6900 Euro. Im Vorjahr waren es noch 8030 Euro.

Martin Prem

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