Eine Felge mit Audi-Logo
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Geschlechtergerechte Sprache wird derzeit heftig diskutiert. Auch Firmen beschäftigt das Thema. Audi will nun vorangehen.

„Vorsprung beginnt im Kopf“

Audianer_innen sorgen für Gender-Zoff: Web-Wut wegen neuer Schreibweise

  • vonChristian Schulz
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Autohersteller Audi stellt seine Kommunikation auf geschlechtergerechte Sprache um. Nicht ohne Folgen: Gender-Befürworter und -Gegner liefern sich einen heftigen Schlagabtausch.

Ingolstadt – In den 1970er Jahren erfand Autohersteller Audi* seinen Werbespruch „Vorsprung durch Technik“. Der markante Slogan blieb den Ingolstädtern bis heute erhalten und wurde zu einem Markenzeichen des Unternehmens. Jetzt macht ein neuer Audi-Spruch die Runde – und sorgt für Gesprächsstoff: „Vorsprung beginnt im Kopf“. Dabei handelt es sich aber nicht etwa um eine neue Idee der Marketing-Abteilung, sondern um einen Leitfaden des Konzerns für geschlechterbewusstere Sprache. Gemäß diesem sollen die Audi-Angestellten künftig Begriffe verwenden, die das generische Maskulinum (= Verwendung männlicher Begriffe in geschlechtsneutralen Fällen) umgehen – oder Wörter um einen sogenannten „Gendergap“ (dt.: „Gender-Lücke“) ergänzen und dafür den Unterstrich verwenden. Aus dem geflügelten Wort „Audianer“ wird so in Zukunft beispielsweise „Audianer_innen“.

Hintergrund der Audi-Offensive, die auf den einen oder die andere vielleicht befremdlich wirkt, ist eine Debatte über Sprache und deren Macht, den sozialen Status von Dingen festzulegen – und diesen damit für Generationen zu prägen. Kurz gesagt: Seit Jahrhunderten sollen Frauen sich mitgemeint fühlen, wenn zum Beispiel bei eigentlich neutralen Personen- und Berufsbezeichnungen das generische Maskulinum verwendet wird. Das gilt vielen als selbstverständlich – auch wenn Frauen mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung ausmachen. Dazu kommt, dass es allein in Deutschland mehr als 120.000 Menschen gibt, die sich keinem binären biologischen Geschlecht – also Frau oder Mann – zuordnen wollen oder können. Auch die sollen sich einfach als mitgemeint betrachten. Seit einiger Zeit wird dies zunehmend kritisch hinterfragt – und oft heiß diskutiert. Im Fall von Audi wird in den sozialen Medien ein regelrechter „Glaubenskampf“ unter dem Hashtag #Gendergaga ausgefochten. Alles zur Gender-Initiative von Audi, ihren Hintergründen und der ausufernden Social-Media-Schlacht lesen Sie bei 24auto.de* *24auto.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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