"Auf einigen Gebieten gut vorangekommen"

- Über Siemens sprachen wir mit Roland Pitz, Technologie-Analyst bei der HypoVereinsbank.

<P>Die Siemens-Zahlen wurden gut aufgenommen. Sind die Probleme des Konzerns gelöst?<BR>Pitz: Mit den Zahlen sicher nicht. Aber die Struktur der Zahlen hat gezeigt, dass man auf einigen Gebieten gut vorangekommen ist, auf anderen weniger, vor allem in den Technologie-Sparten.</P><P>Vor allem Netzwerk- und Handy-Sparte gelten als Sanierungsfälle. Unter der neuen Führung sollen beide zusammengelegt werden. Ist das die Lösung?<BR>Pitz: Die neuen Vorstände wurden erst gestern im Amt bestätigt. Nun wird die zweite und dritte Ebene besetzt. Vor November werden keine Details veröffentlicht. Wir müssen der neuen Führung Zeit geben. </P><P>Bei den Mobiltelefonen haben Siemens und Nokia ein Problem. Es ist von einem Preiskampf die Rede.<BR>Pitz: Die Unternehmen, die nicht ganz neue Produkte anbieten, haben besonders gelitten. Die Wettbewerber von Siemens und Nokia haben attraktive Modelle im Angebot, die dem hochpreisigen Segment zuzurechnen sind. Das gesunkene Volumen hat bei Siemens die Produktion unter die Gewinnschwelle fallen lassen. Mit den neuen 65er Modellen, die zunehmend auf den Markt kommen, kann Siemens wieder über diesen Punkt kommen.</P><P>Von der Verkehrstechniksparte hatte man Schlimmeres erwartet. Die neuen Combino-Rückstellungen, deuten eine Reparatur-Lösung an. Kommt Siemens mit einem blauen Auge davon?<BR>Pitz: Es ist gerade die Phase 1 abgelaufen, in der eine tragfähige Lösung gefunden werden sollte. Diese wird derzeit in Erfurt getestet. Im vierten Quartal oder im nächsten Jahr werden neue Rückstellungen gebildet werden müssen, falls die bisher zurückgestellten 350 Millionen Euro nicht ausreichen. Wir schätzen der Bedarf auf knapp über 500 Millionen Euro.</P><P>Zusammengefasst: Ist die Siemens-Aktie gegenwärtig attraktiv?<BR>Pitz: So kann man das nicht sagen. Wir haben ein Outperform-Rating auf die Aktie gegenüber dem Eurostoxx50. Wir erwarten also eine bessere Entwicklung als die des zugrunde gelegten Index.</P><P>Das Gespräch führte Martin Prem<BR></P>

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