Aufbau lohnt sich auch in Deutschland

- München - Immer mehr Betriebe kehren Deutschland zumindest teilweise den Rücken. Doch es geht auch anders: General Electric (GE), weltweit der Hauptkonkurrent von Siemens, will seine Aktivitäten sogar verstärken. Durch Aufkäufe, aber auch durch Wachstum aus eigener Kraft. Davon profitiert die Region München.

<P>So entsteht in Garching, wo im Umfeld der Technischen Universität bereits zahlreiche Unternehmen Fuß gefasst haben, für zunächst 53 Millionen Dollar ein Forschungszentrum des Industrie-Giganten aus Fairfield im US-Bundesstaat Connecticut. Bereits diesen Sommer werden die ersten Wissenschaftler in dem 10 000 Quadratmeter großen Gebäude die Arbeit aufnehmen. Insgesamt 150 Forscher sollen darin beschäftigt werden. Das Unternehmen legt wert darauf, dass "der Standort Deutschland mit excellenten Wissenschaftlern und einigen der weltweit führenden technischen Universitäten attraktiv bleibt".<BR><BR>Dabei wächst der Konzern nicht nur aus eigener Kraft. Er kauft auch kräftig ein. So kamen im vergangenen Jahr mehrere deutsche Finanzdienstleister, darunter die Allbank, unters GE-Dach. Während deutsche Unternehmen peinlich darauf achten, ihre Kernkompetenzen nicht zu überschreiten, sehen die Amerikaner das nicht so eng. Im Gemischtwarenladen oder wie man selbst sagt "Multi-Business-Unternehmen" wird alles geduldet was Geld bringt - in Form ordentlicher Gewinne oder hoher Wachstums-Aussichten. <BR><BR>Das Ergebnis im Zahlenwerk des Konzerns klingt nicht übel: 134,6 Milliarden Dollar Umsatz, 15,6 Milliarden Dollar Gewinn - davon träumen die meisten deutschen Unternehmen bestenfalls. In Deutschland wuchs der Umsatz von GE von 4,4 Milliarden auf 5,86 Milliarden Dollar, auch der nicht näher bezifferte Gewinn legte zweistellig zu. Auch die Zahl der in Deutschland Beschäftigten stieg von 5400 auf rund 7000 - vor allem durch Übernahmen, wie Pressesprecher Carsten Barth einräumt. <BR><BR>Allerdings hat der US-Konzern das Kernproblem alteingesessener Unternehmen in Deutschland nicht: teure Produktionsstätten, die zu Hochlohnbedingungen mit Niedriglohnländern konkurrieren müssen. Man baut auf, wo sich das lohnt: "Fokussiert auf Kernthemen wie Forschung und Technologie, wird GE in Deutschland weiter wachsen", sagt Deutschland-Chef Thomas Limberger.<BR><BR>Dabei setzt er auch auf Bereiche, die von einheimischen Unternehmen bislang vernachlässigt werden. "In Amerika besitzt fast jeder Haushalt eine Alarmanlage", sagt Limberger, "in Deutschland fast keiner." Die höhere Stückzahlen erlauben eine Preisgestaltung weit unter dem Niveau einheimischer Anbieter. Auch für regenerative Energien und Medizintechnik sieht der Deutschland-Chef des Weltkonzerns Wachstumsmärkte. Dabei bleibt GE mit Klassikern wie Flugzeugtriebwerken Energieerzeugung und Industrieautomation in Deutschland und Europa vertreten.<BR><BR>Das Geheimnis des Erfolgs ist nicht geheim. Seit Gründung der Edison Electric Light Company 1878 und der Erfindung der Glühbirne durch dessen Gründer Thomas A. Edison investiere GE hohe Summen in Forschung und Entwicklung, heißt es. Darin sieht der Konzernchef Jeff Immelt auch Arbeitsplatzsicherung: "Wir stellen Ingenieure ein, wir stellen Service-Mitarbeiter ein", sagt er. "Arbeitsplätze wachsen in technologieorientierten Industrien." Und, wie Pressesprecher Carsten Barth ergänzt, "wir tun das nicht, weil wir gute Menschen sind." <BR></P><P> </P>

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